KI, Thermomix und Lesestoff: Deepfakes, Demografie und Dampfgaren – Warum wir das Alter nicht wegfiltern können

Ältere Hände rühren in einer Schüssel mit Teig in einer modernen Küche, während im Hintergrund ein Thermomix mit digitalem Display steht. Auf dem Küchentisch liegt das Buch ‚ASADO BBQ mit der PoloFamily – pure & authentic‘, daneben ein Smartphone mit einem KI-Avatar. Das Bild symbolisiert den Kontrast zwischen analoger Tradition (Asado, Handarbeit) und digitaler Moderne (KI, Küchentechnologie).

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Liebe Leserinnen und Leser,

kennt ihr das Bild vom «digitalen Dorian Gray»? Während ich durch Instagram scrolle, frage ich mich manchmal: Leben wir noch in derselben Welt? In meinem Badezimmerspiegel tauchen die ersten grauen Haare auf, während Creator bereits an ihrer digitalen Unsterblichkeit arbeiten. Das Altern scheint abgeschafft. Zumindest auf den Bildschirmen.

Doch blickt man hinter diese glitzernde Fassade, offenbart sich ein gewaltiger blinder Fleck in unserer Marketing-Welt. Ein Fleck, der paradoxerweise ausgerechnet dort am deutlichsten wird, wo man ihn am wenigsten erwartet: in der Küche.

Die Flucht in die Pixel: Wenn Influencer unsterblich werden

Aktuell berichten die Medien über Khaby Lame und seinen 975 Millionen Dollar Deal, sich als KI-Avatar klonen zu lassen. Ein digitaler Doppelgänger übernimmt den Job, bleibt ewig jung, spricht zwanzig Sprachen und wird niemals krank. Perfekt skalierbar, perfekt kontrollierbar, perfekt jung.

Das ist brillantes Business. Und gleichzeitig eine verzweifelte Flucht vor der Realität.

Während diese digitalen Doppelgänger ihre makellose Existenz fristen, wird die echte Welt draußen biologisch immer älter. Die Creator ziehen sich in eine künstliche Jugend-Bubble zurück und ignorieren dabei genau die Zielgruppe, die tatsächlich über Kaufkraft verfügt. Es ist, als würde man ein Restaurant nur für Vegetarier eröffnen und sich dann wundern, warum die Fleischesser nicht kommen.

Die Ironie dahinter: Wer das Alter wegfiltert, filtert auch den Markt weg.

Die demografische Realität: Alter ist kein Bug, sondern ein Markt

Schauen wir uns die nüchternen Zahlen an: Die sogenannte «Silver Economy» wächst rasant und ist längst kein Nischenmarkt mehr für Treppenlifte und Seniorenteller. Es ist die kaufkräftigste Zielgruppe der Zukunft. Menschen über 50 verfügen über den größten Teil des verfügbaren Einkommens, haben oft abbezahlte Immobilien und Zeit für Konsum.

Dennoch richtet sich ein Großteil unserer Marketing-Anstrengungen an die 18- bis 35-Jährigen. Wir jagen einer Zielgruppe hinterher, die zwar Instagram-Likes verteilt, aber deutlich weniger Geld ausgibt als ihre Eltern und Großeltern.

Die Frage ist so simpel wie unbequem: Warum bauen wir unsere gesamte digitale Infrastruktur für die falsche Zielgruppe? Warum brauchen wir kein Marketing, das das Alter versteckt oder weg-deepfaked, sondern eines, das es versteht?

Wer das Alter tabuisiert, verliert den Anschluss an die Realität. Während die Influencer-Bubble noch den zehnten Filter über die Lachfalten legt, sitzt draußen eine kaufkräftige Generation und fragt sich, warum niemand mit ihr spricht.

Aus meiner Sicht ist das eine der zentralen Fragen für die kommenden Jahre: Werden wir Marketing machen für Menschen, wie sie sind? Oder weiterhin für digitale Fantasien, die nur in Algorithmen existieren?

Das verbindende Element: Der Thermomix-Faktor

Kommen wir zurück zum Thermomix. Denn ausgerechnet eine Küchenmaschine zeigt uns, wie man die Brücke zwischen diesen Welten schlägt. Der Thermomix ist vielleicht das einzige Gadget, das die demografische Kluft tatsächlich überwindet.

Für die Gen Z ist er ein Statussymbol für effizientes Meal-Prep und schnelle Smoothies. High-Tech-Lifestyle in Reinform. Für die Best Ager ist er ein Werkzeug für barrierefreies Kochen und höchste Präzision. Demografiemanagement in der Praxis.

Der Thermomix ist das «Anti-Deepfake»-Gerät. Er nutzt modernste Technologie wie Guided Cooking, um ein Ergebnis zu liefern, das man nicht wegklicken kann: echtes Essen. Er ist die Schnittstelle, an der sich die 22-jährige Creatorin und der 70-jährige Ruheständler auf Augenhöhe begegnen.

Das ist keine Romantisierung. Das ist Business-Realität. Vorwerk hat verstanden, was viele Digital-Agenturen noch lernen müssen: Technologie ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug, das über Generationen hinweg funktionieren muss.

Die unbequeme Wahrheit

Ein KI-Avatar kann zwar ein Rezept posten. Er kann Millionen Follower haben. Er kann in zwanzig Sprachen sprechen. Aber er kann nicht mit dir am Küchentisch sitzen. Er kann nicht das Brot brechen, das gerade aus dem Ofen kommt. Er altert nicht mit dir.

Und genau das ist der Punkt: Echte Bindung entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch geteilte Vergänglichkeit. Durch gemeinsames Älterwerden. Durch die Falten, die Geschichten erzählen.

Die Marketing-Industrie hat sich in den letzten Jahren immer weiter von dieser Realität entfernt. Wir optimieren auf Jugend, auf Perfektion, auf Skalierbarkeit. Dabei vergessen wir, dass die wertvollsten Kundenbeziehungen oft die sind, die über Jahrzehnte gewachsen sind.

Lesestoff: Wenn Feuer wichtiger ist als Filter

ASADO BBQ mit der PoloFamily – pure & authentic

Apropos echte Momente statt digitaler Perfektion: Es gibt ein Buch, das perfekt zu unserem heutigen Thema passt. «ASADO BBQ mit der PoloFamily» ist das Gegenteil von Deepfake-Grillen.

Asado ist mehr als Grillen. Es ist Zeit, Feuer und Gemeinschaft. Während unsere digitale Welt immer schneller, perfekter und jünger wird, erzählt dieses Buch von etwas anderem: Von langsam gegarten Fleischstücken über Glut. Von Rezepten, die über Jahre gesammelt, gekocht und verfeinert wurden. Von Momenten, die am Feuer mit Familie und Freunden entstehen.

Die PoloFamily nimmt uns mit nach Argentinien und Paraguay. Dorthin, wo Grillen kein Event ist, sondern ein fester Bestandteil des Lebens. Wo man nicht für Instagram fotografiert, sondern für den Geschmack. Wo Perfektion nicht in der Optimierung liegt, sondern im geduldigen Warten.

Das Buch vereint traditionelle Rezepte mit ausführlichen Beschreibungen. Langsam gegartes Fleisch über Glut, klassische Vorspeisen, ehrliche Beilagen, traditionelle Saucen und einfache Desserts. Alles ausgelegt für vier Personen. Alles gedacht für echte Menschen, nicht für Algorithmen.

Es richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Grillliebhaber, die Wert auf Qualität, Zeit und Authentizität legen. Also genau an die Menschen, die unsere Influencer-Bubble gerade wegfiltert.

Denn während ein Deepfake-Avatar in Sekunden ein perfektes Bild generieren kann, braucht ein echtes Asado Stunden. Geduld. Aufmerksamkeit. Die Bereitschaft, neben dem Feuer zu stehen und zu warten.

Das ist das Gegenprogramm zur Instant-Kultur. Und vielleicht genau das, was wir brauchen.

Das Fazit für 2026: Authentizität schlägt Algorithmus

Die Zukunft des Marketings liegt nicht darin, das Alter durch KI unsichtbar zu machen. Sie liegt darin, Technologien zu nutzen, die echten Mehrwert über Generationen hinweg schaffen.

Ein KI-Avatar kann uns unterhalten. Aber am Ende des Tages sitze ich lieber am Feuer mit Menschen, die den Mut haben, mit mir gemeinsam älter zu werden. Die ihre Falten zeigen. Die ihre Fehler zugeben. Die wissen, dass gutes Essen Zeit braucht.

Der Thermomix und das Asado-Buch haben mehr gemeinsam, als man denkt: Beide verstehen, dass Technologie und Tradition keine Gegensätze sind. Beide wissen, dass echte Momente nicht skalierbar sind. Und beide akzeptieren, dass das Beste oft dann entsteht, wenn man sich Zeit nimmt.

Was denke ich persönlich? In fünf Jahren werden wir eine gespaltene Welt haben. Eine digitale Blase voller ewig junger Avatare. Und eine wachsende Bewegung von Menschen, die nach Echtheit suchen. Die Frage ist nur: Auf welcher Seite wollen wir stehen?

Bis nächste Woche mit neuen Einsichten zwischen digitalem Jugendwahn und analoger Weisheit!

Euer #digitalpaddy

P.S.: Falls ihr nach dem Lesen Lust auf ein langsames Asado bekommen habt: Nehmt euch Zeit. Echtes Essen braucht keine Filter, nur Geduld. Und genau das macht es wertvoll.

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