Comic-Illustration eines Champions-League-Finales im Wembley-Stadion bei Nacht: Thomas Müller im roten FC-Bayern-Trikot dribbelt entschlossen mit dem Ball, flankiert von Arjen Robben und weiteren Mitspielern, während ihm Robert Lewandowski und Borussia-Dortmund-Spieler im gelb-schwarzen Trikot entgegentreten. Im Hintergrund leuchtet das ikonische Stadion, eine Sprechblase ruft: „Diesmal holen wir uns den Titel!“

Mein Kollege und Freund Philipp B. ist ein großer Fan des FC Bayern. Ich habe ihn gebeten, ein paar Worte zu seinem Herzensverein zu schreiben. Philipp kommentiert das laufende Fußballgeschehen auf Facebook wie kaum ein anderer. Viele professionelle Schreiber und Kommentatoren könnten sich bei Herrn B. einiges abschauen. Umso mehr freue ich mich, diesen fundierten Beitrag bei meiersworld.de veröffentlichen zu dürfen.

Es ist soweit: Zum ersten Mal in der Geschichte stehen sich zwei deutsche Mannschaften im Finale um den Titel der besten europäischen Vereinsmannschaft gegenüber. Weder in den alten Zeiten des Europapokals der Landesmeister noch in der seit 1992 ausgetragenen UEFA Champions League ist das dem deutschen Fußball bislang gelungen. Wir erleben am Samstagabend also ohnehin Historisches – und als ob das nicht schon genug wäre, begegnen sich Borussia Dortmund und der FC Bayern München auch noch im Fußballstadion schlechthin: Wembley.

Doch Einfluss darauf, wie dieses Finale endet, hat nur eine Mannschaft – und das ist der FC Bayern München. Zu souverän hat sich der deutsche Rekordmeister in dieser Saison in allen Wettbewerben präsentiert.

Die Bundesliga wurde dominiert wie nie zuvor: Am Ende holte der FC Bayern 91 von 102 möglichen Punkten – mit 25 Punkten Vorsprung auf Vizemeister Borussia Dortmund. Noch beeindruckender ist die Tordifferenz von +80 bei einem Torverhältnis von 98:18. Das bedeutete einen neuen Rekord für die wenigsten Gegentore und verfehlte den eigenen Rekord aus der Saison 1971/72 für die meisten erzielten Tore (101) nur knapp.

Auch im DFB-Pokal hat der FCB souverän das Endspiel gegen den VfB Stuttgart erreicht. In der Champions League wurden Juventus Turin und der FC Barcelona im Viertel- bzw. Halbfinale derart eindrucksvoll bezwungen, dass es keine Zweifel daran gibt: Der FC Bayern ist der klare Favorit im Finale.

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Und dieser Favoritenrolle wird der FC Bayern auch gerecht werden. Borussia Dortmund hat zweifellos eine fantastische Champions-League-Saison gespielt, doch mit einem FC Bayern auf diesem Top-Niveau kann der BVB aktuell nicht mithalten. Während die Bayern Juventus Turin mit einem Gesamtergebnis von 4:0 und den FC Barcelona gar mit 7:0 besiegten, benötigte Dortmund im Viertelfinale gegen Málaga eine große Portion Glück (3:2) und kam selbst nach dem klaren Hinspielsieg gegen Real Madrid im Halbfinale beim 4:3 noch stark unter Druck.

Für einen Bayern-Fan wie mich hat dieses Finale – bei aller Freude über die bisherige Saison – dennoch einen bittersüßen Beigeschmack. Denn jedem beim FC Bayern ist klar:

Erstens: Diese Saison ist nur dann eine herausragende, wenn auch das Finale gewonnen wird. Alle Rekorde wären ohne den Titel wertlos.

Zweitens: Die Initialzündung für die aktuelle Saison war der 19. Mai 2012 – jener Tag, an dem Didier Drogba mit seinem letzten Elfmeter das „Finale dahoam“ entschied. Es war die bitterste Niederlage der Vereinsgeschichte. Selbst das legendär verlorene Endspiel 1999 gegen Manchester United erscheint dagegen fast harmlos. Kein Bayern-Fan wird diesen Tag je vergessen. Ich kann mir die Bilder bis heute nicht ansehen…

Doch diese schmerzhafte Niederlage hat im Verein eine Trotzreaktion ausgelöst. Finanzielle Ressourcen wurden aktiviert, die Transfers von Dante, Javi Martínez, Mario Mandzukic, Claudio Pizarro und Xherdan Shaqiri haben das Team auf Schlüsselpositionen verstärkt. Jupp Heynckes und sein Trainerteam haben taktische Veränderungen vorgenommen – besonders in der Defensivarbeit –, die das Spielniveau der gesamten Mannschaft auf eine neue Stufe gehoben haben. Ein Niveau, das im deutschen Fußball bislang unerreicht war.

Der FC Bayern war bereits in den vergangenen Jahren individuell am besten besetzt, scheiterte national jedoch zwei Jahre in Folge an Borussia Dortmund. Damals überzeugte der BVB durch überlegene Taktik und mannschaftliche Geschlossenheit.

In dieser Saison ist Bayern nicht nur individuell überlegen, sondern hat auch taktisch und im Teamgeist aufgeholt. Spieler wie Franck Ribéry und Arjen Robben arbeiten diszipliniert in der Defensive mit – ein Bild, das man als Bayern-Fan lange vermisst hat.

Auch die personellen Voraussetzungen sprechen für den FC Bayern: Während der FCB die Ausfälle von Holger Badstuber und Toni Kroos gut kompensieren kann, wiegt der Ausfall von Mario Götze bei Dortmund deutlich schwerer. Götze war der kreative Kopf und hätte gerade gegen ein kollektiv so stark verteidigendes Team wie Bayern entscheidend sein können.

Ich erwarte ein Finale, das im Mittelfeld entschieden wird – dort zeigt sich, welche Mannschaft ihr Spiel durchsetzen kann. Im Duell Schweinsteiger-Martínez-Ribéry-Müller-Robben gegen Bender-Gündogan-Großkreutz-Reus-Blaszczykowski sehe ich klare Vorteile für Bayern. Martínez und Schweinsteiger bilden derzeit die wohl beste Doppelsechs der Welt, die offensive Dreierreihe ist torgefährlicher und spielstärker als die des Gegners.

Natürlich ist Dortmund nicht chancenlos. Wenn es dem BVB gelingt, Robert Lewandowski ins Spiel zu bringen, ist vieles möglich. Denn daran besteht kein Zweifel: Lewandowski ist aktuell Europas bester Stürmer in absoluter Topform.

Unterm Strich spricht jedoch deutlich mehr für den FC Bayern. Deshalb lege ich mich fest: Der FC Bayern wird mit 3:1 gewinnen – und Thomas Müller wird mit einem Treffer einen weiteren Schritt auf seinem Weg zur Bayern-Legende machen.

Nachtrag vom 27.11.2025: Das Spiel gewann Bayern 2:1.

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