Das Traumschiff – Neujahrs-Desaster auf hoher See und im Safaripark

Digitale Illustration im Stil der Neuen Sachlichkeit und des Bauhaus: Ein modernes Kreuzfahrtschiff mit rot-weißen Schornsteinen und blau-weißem Rumpf fährt durch türkisfarbenes Wasser. Am Bug prangt das rote ZDF-Logo. Auf dem Deck stehen zwei stilisierte Figuren mit dem Rücken zum Betrachter: links eine Person in blauem Overall, rechts ein Kapitän in weißer Uniform mit Schirmmütze, beide in geometrisch reduzierten Formen dargestellt. Die Hintergrundlandschaft ist zweigeteilt: Links erheben sich schneebedeckte alpine Berggipfel in Weiß- und Grautönen mit scharfen, dreieckigen Konturen. Rechts erstreckt sich eine goldgelb-orangene afrikanische Savanne mit Sanddünen, einer charakteristischen Schirmakazie und Silhouetten von Elefanten und Giraffen. Drei weiße Möwen in V-Form schweben am hellblauen Himmel. Die Komposition ist streng horizontal gegliedert, die Farbpalette auf Primärfarben und Erdtöne reduziert. Am unteren Bildrand steht in schwarzer Schrift: "Neujahr 2025 – Richtung Südafrika". Die sachliche, fast technische Darstellung betont die geografische Absurdität der Szenerie ironisch.

Ich saß am Neujahrsabend vor dem Fernseher, glücklicherweise wenig verkatert, und sah zu, wie das Traumschiff gen Südafrika schipperte. Eine Folge, die auf ziemlich dünnem Eis durch den Abend glitt – und das meine ich wörtlich. Denn während Kapitän «Flori» mit dem GZSZ-Star Valentina Pahde plauderte und das Schiff angeblich irgendwo in der Sonne ablegte, zogen im Hintergrund schneebedeckte Berge am Vergnügungsdampfer vorbei.

Damit hätte ich noch leben können.

Aber dann kamen zwei Menschen mit Selbstmordabsichten, die slapstickhaft für Heiterkeit sorgen sollten. Oder wollte das ZDF-Team ernsthaft mit dieser platten Nummer der ausgezogenen Schuhe auf seelische Erkrankungen aufmerksam machen? Sollte das der Fall gewesen sein: totaler Reinfall. Vor allem, weil sich die «Selbstmordgang» am Ende für einen theoretischen weiteren Abgang ein Jahr später am gleichen Ort verabredet hat. Da nutzte auch die dreisekündige Einblendung der Notrufnummer gegen Depressionen nichts.

Das Drehbuch hatte noch weitere Lowlevel-Highlights zu bieten.

Zwei knutschende Teenager, die demnächst Brüderchen und Schwesterchen in einer neuen Patchworkfamilie darstellen würden, konnten die feuchten Träume von Fans inzestiöser Erwachsenenunterhaltung freundlich anregen. Dass Schiffskapitän Parger nicht nur mit wenig Wasser unterm Kiel klarkommt, sondern auch mit einem defekten Flugzeug aus der Ersten-Weltkrieg-Mottenkiste – das wunderte mich nicht mehr. Zur Belohnung durfte er dann noch ein wenig an «Frau Doktor» rumschrauben, die sich der Arbeit im Safarihospital verschrieben hat.

Und wie es sich gehört, wusste bereits das gesamte Führungsteam des Traumschiffs über Kapitän Floris Morgenlatte Bescheid und konnte wie immer grenzdebil der Rede beim Abschlussdinner folgen. Die Gläser wurden angestoßen – auf eine gelungene Versenkung von Gebührenkohle.

Man muss schon ein Fan des Traumschiffs sein, um nicht komplett traumatisiert am Neujahrsabend ins Bett gefallen zu sein. Ich bin es jedenfalls. Und das lag nicht am Sekt.

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