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herr meier ganz persönlich
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
By admin ⋅ 6. Juni 2012 ⋅ Post a comment
Filed Under eschersheim, frankfurt, sachsenhausen
Dieser gerne genommene Auszug aus dem Stufen-Gedicht von Hermann Hesse muss nun auch für meine Zeilen zum Einzug im neuen Heim herhalten.
Nach fast 15 Jahren in Frankfurt-Sachsenhausen hieß es vor ein paar Wochen Kartons packen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Aus dem urbanen Sachsenhausen raus und an die idyllische Nidda. Immer noch in Frankfurt, aber, so empfinde ich es nun, auch wie in einer anderen Welt.
Während mich vollkommen großstädtisch in den letzten Jahren der Klangteppich der Mörfelder und der Darmstädter Landstraße aus den Träumen holte, ist es nun Vögelgezwitscher und Entengequake.
Statt einer lauten Kreuzung, ist es nun ein Radweg der für die Geräuschkulisse der modernen Transportgesellschaft sorgt.
Sachsenhausen zu verlassen hatte ich bis vor wenigen Wochen noch für vollkommen unmöglich gehalten, denn wenn ein Stadtteil alle positiven und schönen Seiten dieser Stadt miteinander verbindet, dann ist es Sachsenhausen. Ein Stadtteil wie eine eigene Stadt, mit allem was sich der Dorfbewohner der kleinsten Metropole der Welt so wünscht.
Das Museumsufer, die Schweizer Straße, das Lesecafé und der Stadtwald. Ramons Muckibude, mein persischer Reinigungsphilosph, die beste Pizza der Stadt bei Jonny in der Italia 90, der HIT, die Weinstube in der Brückenstraße, der kurze Weg zur Arbeit, Freunde und Nachbarn, der Sommergarten vom Schreiber-Heyne, die Paris Bar mit ihrer Käseplatte, Goetheturm und Willemer Häuschen, der teure Metzger Bumb (immer lecker und freundlich), Meichsner und Dennerlein, die Harmonie, das Buenos Aires und natürlich die Fifty-Fifty Bar. Nie wollte ich von diesen „Institutionen“ meines Sachsenhäuser Lebens lassen, aber die Welt um mich herum änderte sich immer weiter. Ich veränderte mich ja auch, und dann, als auch noch das Modehaus Guland seinen letzten Tag am Lokalbahnhof verkündete, dann wusste ich es wird Zeit für einen zauberhaften Neuanfang.
Tatkräftig unterstützt von Frau H. begann die Suche nach einer neuen Heimat, selbstverständlich erst einmal in der näheren Umgebung des gewohnten Standorts, denn ich wollte ja immer noch so gerne in den HIT gehen, bei Ramon trainieren und bei Jonny eine Pizza mit in die 50:50-Bar nehmen können.
Nur bei der Suche stellte sich heraus, das auch andere Stadtteile ihre Reize haben und das geliebte Sachsenhausen auch seine Schattenseiten hat. Egal wo wir schauten und unsere Ohren spitzen, die Urbanität hatte große Nachteile.
Am Mainufer wurde uns Wohnraum angeboten der angeblich nur an einer wenig befahrenen Eisenbahnstrecke liegt, welch ein netter Versuch eine der meist befahrenen Eisenbahnstrecken über die Deutschherrenbrücke als Nebenbahn abzutun und trotzdem Miete wie ein Großer kassieren zu wollen. Am Sachsenhäuser Berg stand der Wind für den Makler günstig, aber warum wir teilweise bei den Piloten die Sonnenbrillen erkennen konnten, dafür gab es auch keine ehrliche Antwort.
Mancher Neubau im schönen Süden wurde zu Mietpreisen angeboten, bei denen wir uns fragten ob demnächst der Central Park und die Fifth Avenue um die Ecke eine Dependance aufmachen würden.
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Wir streckten also die Fühler aus und landeten in Bornheim, im Westend, im Bahnhofsviertel (sehr nette Wohnungen) und in Eschersheim.
Eschersheim ist für mich immer der Stadtteil mit der U-Bahntrasse gewesen und das ist auch nicht ganz falsch, aber es gibt eben ein links und rechts von den U-Bahn-Gleisen, und da stehen schöne Häuser, es gibt großzügige Straßen mit Parkplätzen ohne Anwohnerparkausweis, Frankfurts zweitgrößter Fluss schlängelt sich hindurch und das ehemalige Bugagelände ist direkt um die Ecke, bis zur Kleinmarkthalle sind es nur 17 Minuten mit der U-Bahn und wer sich in den Taunus orientieren möchte hat hier auch gute (Fahr)-Karten.
Kurzum wir beschlossen in den ländlichen Raum der Großstadt Frankfurt zu ziehen und jetzt nach den ersten 14 Tagen ist es der sprichwörtliche Zauber der dem Anfang seinen Stempel aufdrückt. Leergepackte Kisten und neu sortierte Küchenschränke, weiß gepinselte Wände und neue Balkonpflanzen, alte Freunde die neue Nachbarn sind und das Gefühl nach einer Zeit der Unruhe wieder einen Ruhepol zu haben sind der Anfangszauber der hoffentlich nicht so schnell wieder ausziehen mag.
Wer immer nur an die Vergangenheit denkt wird sich nicht für das Neue begeistern können, aber nur so können wir neue Seiten entdecken. In diesem Sinne “Ciao Sachsenhausen und Hallo Eschersheim”.
Und richtig! Die Batschkapp ist in Eschersheim daheim!
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