Likes gegen Wein: Warum die Sobersociety nur eine neue Form der Einsamkeit ist

Ein Mann in weißem Hemd sitzt allein an einem runden Tisch mit einem Glas Rotwein, während im Hintergrund eine Gruppe farbenfroh gekleideter Menschen in einer geometrisch abstrakten, urbanen Umgebung steht. Das Gemälde symbolisiert Einsamkeit und gesellschaftliche Distanz trotz scheinbarer Nähe – eine visuelle Metapher für den Wandel von traditioneller Geselligkeit zu moderner Isolation.

Der traditionelle Stammtisch stirbt – nicht durch mangelndes Interesse an Gemeinschaft, sondern durch den Wandel der GenZ: Alkoholkritik und Selbstoptimierung verwandeln gesellige Runden in nüchterne Gesundheitszirkel. Doch während die ‚Sobersociety‘ sich in Likes und kuratierten Instafeeds sonnt, bleibt der einsame Trinker zurück: ein Hemingway’sches Relikt, das die Frage aufwirft, wer wirklich allein ist. Vielleicht ist ein Glas Wein in Stille mehr wert als der Datenrausch der Bubble.

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Faszinierend: Wie Robin Wright in The Girlfriend Macht und Wahnsinn vereint

„Kontrast zwischen dem Originaltitel ‚The Girlfriend‘ und dem deutschen Titel ‚Das Gift der Seele‘ auf einer Ausstellungstafel in einer Galerie – eine visuelle Kritik an der Titelwahl.“

Robin Wright spielt Laura Sanderson, eine erfolgreiche Galeristin, deren Leben ins Wanken gerät, als ihr Sohn seine neue Freundin mit nach Hause bringt. Die Serie besticht durch ständige Perspektivwechsel und zeigt ein faszinierendes Duell zwischen Wright und Olivia Cooke.

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KI-Literatur: Warum wir keine Bücherverbrennung, sondern eine Debatte brauchen

Eine kritische Illustration zum Thema KI-Literatur: Eine Person sitzt vor einem Computer, während eine wütende Menge auf dem Bildschirm mit Büchern in den Händen „LIES! – FAKE!!!“ ruft. Im Vordergrund liegt ein Buch mit dem Aufdruck „AI“, das die Debatte um KI-generierte Texte symbolisiert.

Die Rhetorik ist eindeutig: Man wolle diese Autoren ‚vorführen‘. Öffentlich. In den sozialen Medien. Damit alle sehen, wer sich erdreistet hat, mit maschineller Unterstützung zu arbeiten. Der Vorwurf schwingt mit: Du bist kein richtiger Autor. Du bist ein Betrüger. Ein Scharlatan. Aber rechtfertigt das eine Jagd auf Personen, die versuchen, mit KI Bücher zu schreiben?

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Emily in Paris – Staffel 5: Atemloser Klischee-Genuss – und warum wir ihn lieben

**Alt-Text:** „Satirische Comic-Illustration im Stil einer französischen Tageszeitung: Eine selbstbewusste Frau auf einem Vespa-Roller fährt durch eine surrealistische Mischung aus Paris und Rom, umgeben von übertriebenen Luxusmarken-Labels und Klischee-Sprechblasen. Die karikierte Szene spielt humorvoll mit europäischen Klischees, Werbung und der Ästhetik klassischer französischer Comics.“

Emily in Paris ist genau das, was es verspricht: schöne Bilder von schönen Menschen in schönen Situationen. Selbst die kritischsten Momente werden nonchalant aufgelöst – immer mit einer guten Idee oder einem cleveren Einfall. Und ja, das Product Placement ist atemberaubend. Aber genau das macht den Charme der Serie aus: Sie zeigt das Leben im Klischee der Werbebranche und nimmt sich selbst nicht zu ernst.

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Kamikaze-Haie: Die vergessene Geheimwaffe des Zweiten Weltkriegs!

1942 begann auf einer abgelegenen karibischen Insel ein streng geheimes Projekt: Biologen entdeckten Haie mit einem außergewöhnlichen Geruchssinn, die darauf trainiert wurden, Torpedos zu zerstören. Die ‚Kamikaze-Haie‘ retteten unzählige alliierte Schiffe, doch ihre Zucht war zu ineffizient. Heute könnte moderne DNA-Forschung diese Technologie wiederbeleben – diesmal ohne den tödlichen Preis.

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Coaches, KI und der Traum vom mühelosen Bestseller

KI kann Grammatik korrigieren, Sätze umstellen, Plotlöcher aufzeigen. Sie kann einen Text glatter machen, strukturierter, lesbarer. Was sie nicht kann: denken. Beobachten. Zweifeln. Eine Stimme entwickeln, die nach jemandem klingt – und nicht nach einer statistischen Wahrscheinlichkeitsverteilung von Wörtern.

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Deutsche Bahn: Der Sichtbarkeitsbooster für unterforderte Führungskräfte

Eine alte deutsche Dampflok als Sichtbarkeitsbooster für den FRankfurter Weihnachtsmarkt steht qualmend am Haltepunkt Eiserner Steg

Die Deutsche Bahn ist zum Reizthema für Menschen geworden, die sonst im Stau stehen oder in Flughafenterminals campieren. Unpünktlichkeit wird zum Rabbit Hole des eigenen Businesstriptraumas. Jede Verspätung ein Content-Moment. Jeder ausgefallene ICE eine Heldengeschichte des leidgeprüften Managers. LinkedIn liefert die Bühne. Die Bahn das Drehbuch.

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Mit Herzblut zwischen Regalen – Ein Besuch in der Kronberger Bücherstube

Zwei Männer sitzen mit Kopfhörern und Mikrofonen an einem Studiotisch vor der Frankfurter Skyline und sprechen mit spürbarem Herzblut in ein Podcast-Gespräch; auf dem Boden prangt das Logo von meiersworld.de.

Für Dirk Sackis ist die Bücherstube nicht nur ein Geschäft, sondern ein kultureller Ankerpunkt im Ort – mit Lesungen, Ausstellungen und literarischem Glühweinzauber.

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Mit Karl in der Redaktionskonferenz.

Grafische Illustration im Stil der 1920er-Jahre-Avantgarde. Ein Mann mit Schirmmütze hält eine Kamera direkt vor das Gesicht, als würde er ein Foto aufnehmen. Die Darstellung besteht aus klaren geometrischen Formen, starken Konturen und einer reduzierten Farbpalette aus Rot, Schwarz, Beige und Braun. Der Blick des Mannes ist konzentriert, fast kritisch. Die Szene wirkt wie ein plakatives, konstruktivistisches Poster aus der Weimarer Zeit.

Karl kommt direkt von den kalten, inzwischen oft blutigen Straßen in die Redaktionskonferenz. Er legt dem Chef seine Fotos vor, doch der schiebt sie wortlos zurück: zu teuer, zu wirklich. Stattdessen zeigt er uns die gezeichneten Szenen aus dem warmen Büro nebenan – billiger, gefälliger, fern der Realität. Karl kocht. Ich halte ihn zurück. Wir gehen zu Erna und trinken Bier. Karl kauft Pinsel. Manche Bilder müssen eben anders entstehen.

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Gelungene Mittelmäßigkeit: Wie „The other gAIrl“ mit KI, Charme und ZDFneo das Banale feiert

Comiczeichnung im Hochformat: Ein Mann und eine Frau stehen auf einem schwebenden Smartphone, das in einer Wolkenlandschaft liegt. Aus dem Bildschirm erscheint eine rotgelockte, leuchtende KI-Frau. Beide Menschen berühren mit ausgestrecktem Finger ihre Stirn. Der Himmel ist in Pastellfarben gehalten – Rosa, Lila und Orange. Stilistisch erinnert das Bild an Pop-Art und Retro-Sci-Fi-Comics.

Die Serie macht nichts falsch. Sie ist klug genug, um nicht dumm zu wirken, und einfach genug, um nicht anstrengend zu sein. Sie nutzt KI als Thema, ohne uns mit Techno-Dystopien zu überfallen. Sie ist – und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man einem öffentlich-rechtlichen Jugendformat machen kann – weder peinlich noch anbiedernd.

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