Oh Boy mit Tom Schilling – nimm dir ´nen Kaffee und schau rein….

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Oh Boy mit Tom Schilling – nimm dir ´nen Kaffee und schau rein….

By herr meier ⋅ 3. Juni 2013 ⋅ Post a comment

Filed Under  berlin, kaffee, maxdome, oh boy, tom schilling, trailer

Wir müssen dankbar sein, dass wir Berlin haben. Das dachte ich mir zumindest nach dem „Oh Boy“ mit Tom Schilling bei uns über den Bildschirm geflackert ist. Ein wirklich toller Film, der auch nur so in Berlin spielen kann, weil tatsächlich keine andere deutsche Stadt eine bessere Bühne für diesen Film bieten kann.

Soviel zu Berlin! Jetzt zum Film:

Oh Boy ist eine wunderbare Geschichte, sie wird dazu auch noch in schwarz-weiß erzählt, was sie aus meiner Sicht noch viel spannender und authentischer macht. Bunte Filme, die mit ihren Effekten von der, meist niedrigen, Flughöhe der Story ablenken wollen, gibt es genügend. Da hat Jan Ole Gerster mit seinem Filmdebüt einen ganz anderen Akzent gesetzt. Er schafft es sogar aus der sonst etwas melancholisch-depressiven Ecke des deutschen Autorenkinos heraus, obwohl sein schwarz-weiß-Film, geradezu zu einer depressiv-schlechtlaunigen Erzählweise einladen würde.

Oh Boy schafft es aber auf wirklich unterhaltsame Weise, ohne dabei billig oder effekthascherisch zu sein, den Zuschauer durch einen turbulenten Tag des Filmprotagonisten Niko zu führen. Dabei geht es durchaus nicht immer lustig zu, denn wenn die EC-Karte im Schlitz verschwindet und einem der letzte Groschen für den Obdachlosen fehlt, dann hat das schon etwas von einem Existenz bedrohenden Moment. Ein Moment der aber schon wieder in der nächsten Sequenz auf dem Golfplatz aufgehoben wird. Ein großartiger Ulrich Noethen verschafft dem Film im entschiedenen Moment eine großartige Szene zwischen Vater und Sohn, die alles über Niko und sein Leben aussagt.

Zu diesem Leben gehört der folgende Satz:

„Kennst du das Gefühl, dass dir die Leute um dich herum merkwürdig erscheinen? Und je länger du darüber nachdenkst, desto klarer wird dir, dass nicht die Leute, sondern du selbst das Problem bist?“

Ich finde das ist eine Situation die wir alle schon einmal erlebt haben, irgendwann und irgendwie, oder nie?

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Auf alle Fälle ist Niko für mich eine ganz wunderbares Spiegelbild vieler Menschen in unserer Gesellschaft, viele wissen nicht mehr wohin und warum auch. Der berühmte Sinn des Lebens will nicht mehr so feste an uns kleben, wie noch an unseren Eltern und Großeltern. Das führt natürlich zu einer Orientierungslosigkeit die es erst einmal zu überwinden gilt. Wenn uns dabei eine Tasse Kaffee begleitet, dann ist dies schon einmal eine große Hilfe. Aber wo gibt es heute noch eine normale Tasse Kaffee, aber schaut euch den Film selber an.

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Der Film 'Oh Boy' (Regie: Jan Ole Gerster, Hauptrolle: Tom Schilling) ist ein qualitativ hochwertiger Film, der durch seine Schwarz-Weiß-Ästhetik authentischer und spannender wirkt als farbige Produktionen, die mit Effekten von schwachen Storys ablenken.

gilt  ·  seit 03.06.2013

Berlin ist als Schauplatz für den Film 'Oh Boy' einzigartig geeignet, weil keine andere deutsche Stadt eine vergleichbare Bühne für diesen Stoff bieten kann.

gilt  ·  seit 03.06.2013

Die Hauptfigur Niko aus 'Oh Boy' spiegelt eine verbreitete gesellschaftliche Orientierungslosigkeit wider, weil der Sinn des Lebens für viele Menschen heute weniger selbstverständlich ist als für frühere Generationen.

gilt  ·  seit 03.06.2013

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