Vor einigen Jahren hat die beste Band der Welt (wer noch nicht so alt ist wie ich; es handelt sich um Die Ärzte) ein Lied mit dem Titel „Mit dem Schwert nach Polen – warum René“ auf der Platte! Die Bestie in Menschengestalt eingespielt.
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- Texttyp
- Reisebericht/Reiseessay
- Besprochenes Werk / Thema
- Spontane Tagesreise von Berlin nach Frankfurt an der Oder, eine ostdeutsche Kleinstadt an der deutsch-polnischen Grenze. Der Autor erkundet die Stadt, überquert die Grenze nach Polen und reflektiert über seine Eindrücke.
- Zentrales Argument
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Frankfurt an der Oder ist eine unterschätzte Kleinstadt mit historischem Charakter und kulturellen Sehenswürdigkeiten wie dem Kleistmuseum. Trotz Vorurteilen über ostdeutsche Städte zeigt sich die Stadt architektonisch ansprechend, wirkt aber an kalten Sonntagstunden verlassen. Die unmittelbare Nähe zur polnischen Grenze prägt das Stadtbild und die demografische Zusammensetzung.
- Kernthese
- Eine spontane Reise nach Frankfurt an der Oder offenbart eine unterschätzte deutsche Grenzstadt, deren Charakter durch ihre Geschichte, Architektur und ihre Funktion als Handelsplatz an der deutsch-polnischen Grenze geprägt ist.
- Relevante Konzepte
- Empfohlen für
- Reisebegeisterte, Deutschlandentdecker, Interessierte für Kulturgeographie und deutsch-polnische Grenzregionen, Leser von subjektiven Reiseberichten
- Einordnung durch den Autor
- Geographie/Kulturgeographie, Reiselit eratur, Regionalstudien Deutschland, Grenzforschung
- Verweise im Text
- Entitäten
In dem Song geht es um René, ein junger Mann der in der Zeit der Wiedervereinigung nicht mit dem Leben zurechtkommt, und sich entschließt in Kampfmontur nach Polen zu gehen. Unklar ist warum die Band René nach Polen gehen lässt, aber vor dem Hintergrund des historischen Kontextes überlasse ich jedem eine eigene Einschätzung.
Im Gegensatz zu René musste ich mir keinen Kampfanzug anziehen und ein Schwert einpacken um die deutsch-polnische Grenze zu überqueren, mir reichte ein Bahnticket für 15 Euro und ein kurzer Spaziergang über die Deutschland und Polen verbindende Stadtbrücke.
Warum aber nun nach Frankfurt an der Oder?
Es ist ein kalter und eher ungemütlicher Sonntagmorgen der mich nach dem Blick aus dem Fenster des Hotels in Berlin Mitte willkommen heißt. Ein Tag der nach einem Sektfrühstück schreit, damit die von den harten Erfahrungen des Vortrags geschundene Seele sich erholen kann. Während ich also gut gelaunt das reichhaltige und hochwertige Frühstücksbuffet genieße dämmert es mir, dass sich meine Tagespläne am Vortrag durch diverse Terminverschiebungen geändert haben und ich nun also, quasi, keine Termine absolvieren a) muss b) kann c) darf.
Mitten in meiner Dämmerstimmung muss ich über einen Witz in meiner aktuellen Lektüre schmunzeln und weil Lachen gut fürs Gehirn ist, werden offenbar Gegenden mit Blut und ausreichend Sauerstoff versorgt die nichts mit Bannern zu tun haben und ich habe eine Idee.
Paddy…du fährst nach Lodz, äh nee, Frankfurt an der Oder
Gesagt, getan. Die lustigsten Verkehrsbetriebe Deutschlands bringen mich zum Ostbahnhof und dann bringt mich der RE1 nach Frankfurt(0der). Während ich durch von Netzempfang befreite Gebiete fahre, wird mir klar warum östlich von der Endhaltestelle Erkner der Berliner S-Bahn niemand wirklich wohnen will und Funkmasten für den mobilen Empfang von Telefonaten oder WhatsApp tatsächlich eine überflüssige Investition währen. Hier ist nur Wald, steppenähnliches Gelände und zerfallene Hütten. Karl May hätte seine wahre Freude.
Nach der freundlichen Ansage in polnischer Sprache endet der Zug am Bahnhof in Frankfurt. Mit mir verlassen einige Studenten und eine Ansammlung von Somaliern und Äthiopiern den Zug um sich in der freundlichen Einkaufspassage des Bahnhofs mit ihren Familien zu treffen. Die Freude ist groß und ich verlasse den Bahnhof. Gemäß meinen Vorurteilen über ostdeutsche Kleinstädte (FF hat 55.000 Einwohner) weißt mir ein Schild den Weg zu den zwei wichtigsten Einrichtungen der Stadt den Weg.
Die mich eben noch umgebenden jungen Menschen sind plötzlich verschwunden, die Somalier und Äthiopier sind lieber im warmen Bahnhof geblieben und somit bin ich unerwartet 5 Minuten nach Ankunft in der Oderstadt ziemlich der einzigste Mensch weit und breit. Kein Mensch auf der Straße, obwohl es in der Kleisstadt gar nicht so hässlich aussieht wie gedacht.
Rund um das Kleistmuseum (Bild 2) und nur wenige Schritte von der Oderpromenade: Kein Mensch.
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Themen: Spontane Tagesreise von Berlin nach Frankfurt an der Oder, eine ostdeutsche Kleinstadt an der deutsch-polnischen Grenze. Der Autor erkundet die Stadt, überquert die Grenze nach Polen und reflektiert über seine Eindrücke., Grenzstadt, deutsch-polnische Beziehungen, Ostdeutschland, Wiedervereinigung, Kleinstadt, Oder-Neiße-Linie, Kulturerbe, Reisewahrnehmung, Vorurteile, regionale Identität, Eine spontane Reise nach Frankfurt an der Oder offenbart eine unterschätzte deutsche Grenzstadt, deren Charakter durch ihre Geschichte, Architektur und ihre Funktion als Handelsplatz an der deutsch-polnischen Grenze geprägt ist., Reisebegeisterte, Deutschlandentdecker, Interessierte für Kulturgeographie und deutsch-polnische Grenzregionen, Leser von subjektiven Reiseberichten, Geographie/Kulturgeographie, Reiselit eratur, Regionalstudien Deutschland, Grenzforschung
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Offenbar will an einem kalten Sonntagmittag niemand vor die Tür. Da bin ich also als Frankfurter alleine in Frankfurt. Hätte ich nicht gedacht.
Ich laufe der guten Beschilderung nach Richtung Universität, Rathaus und Wasser. Treffe auf die Touristeninformation, welche geschlossen ist, ebenso wie das Museum für den berühmtesten Sohn der Stadt.
Achtung Grenze!
Grenzpfosten lassen mich gewahr werden, dass ich hier an der Oder-Neiße-Linie stehe und auf der anderen Seite Polen ist. Dort wo früher der östliche Stadtteil von Frankfurt gelegen ist, die Dammvorstadt, ist heute Slubice. Eine polnische Stadt, die dem ersten Eindruck nach vom Verkauf von Benzin, Böllern und Kippen lebt. Darüberhinaus muss es ein großes Interesse an Friseurdienstleistungen geben. Fragen die ich aber bei diesem Besuch nicht beantwortet bekommen werde.
Gränzkaffee (heisst so, echt jetzt!)
In einem kleinen Kaffee an der Oderpromenade treffe ich andere Menschen, trinke einen exzellent gerösteten Kaffee und ein Stückchen Dosenmandarinenkuchen, so wie früher bei Oma im Westerwald.
Auf dem Rückweg aus Polen über die Karl-Marx-Strasse, hier sind dann auch andere Menschen unterwegs und nicht nur Benzin-/Kippentouristen in ihren SUVs auf der Fahrt zu nächsten polnischen Zapfsäule, geht es an den schönen Kirchen der Stadt, dem Rathaus, und dem Oderturm, klar auch das kleine Frankfurt hat einen Skyscraper, zurück zum Bahnhof.
Da sind sie dann auch wieder die Studenten die wie aus dem Nichts auftauchen und die Bewohner vom Horn von Afrika. Der RE1 rollt durch das tiefgefrorene und von Sendemasten befreite brandenburgische Nichts gen Hauptstadt. Am Alex steige ich aus und muss kurz an Fuerteventura denken. Mein Hotel in Berlin hat leider keinen Balkon, aber schöne Bilder über dem Bett.
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Frankfurt (Oder) ist an einem kalten Sonntagmittag praktisch menschenleer: Weder Einheimische noch Touristen halten sich in der Innenstadt auf, obwohl das Stadtbild besser ist als erwartet.
gilt · seit 25.01.2018
Die polnische Nachbarstadt Słubice lebt dem ersten Eindruck nach hauptsächlich vom Verkauf von Benzin, Zigaretten und Feuerwerkskörpern sowie von Friseurdienstleistungen.
gilt · seit 25.01.2018
Die Zugstrecke des RE1 östlich von Erkner bietet kaum Mobilfunkempfang und ist dünn besiedelt, was die Region für Pendler und Bewohner unattraktiv macht.
gilt · seit 25.01.2018
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