Uli Hoeneß, als Wein wäre er jetzt ungenießbar

Es ist nicht einfach sich dem Thema Uli Hoeneß ganz normal zu nähern, denn es spielt natürlich auch die Nähe zu Deutschlands erfolgreichstem Fußballverein eine große Rolle. Vereine spielen in Deutschland eine wichtige Rolle, sie sind gesellschaftliche Bindeglieder und sorgen, gerade bei Sportvereinen, auch für ein Stück Zusammengehörigkeitsgefühl in einem Land in dem die Integration von Migranten eine immer größere Rolle spielt.

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Texttyp
Meinungsartikel/Kolumne
Besprochenes Werk / Thema
Kritische Auseinandersetzung mit Uli Hoeneß und seiner Rolle als Bayern-München-Präsident im Kontext von Steuerhinterziehung und gesellschaftlicher Vorbildfunktion.
Zentrales Argument
Hoeneß' Spenden in Höhe von 5 Millionen Euro sind ein Ablasshandel, der seine massive Steuerhinterziehung nicht legitimiert. Als Präsident eines großen Vereins mit Vorbildfunktion ist er untragbar geworden, da er gegen grundlegende Prinzipien von Integrität und Rechtsstaatlichkeit verstößt.
Kernthese
Uli Hoeneß kann aufgrund seiner Steuerhinterziehung und mangelnden Integrität nicht länger Präsident des FC Bayern München sein, da Vereine gesellschaftliche Vorbildfunktionen haben.
Relevante Konzepte
SteuerhinterziehungVorbildfunktionVereinskulturgesellschaftliche VerantwortungIntegritätskriteriumAblasshandelSpendenwirksamkeit
Empfohlen für
Fußballfans, Vereinsmitglieder, politisch interessierte Bürger, Diskursbeteiligte zu Unternehmensethik
Einordnung durch den Autor
Sportjournalismus/Gesellschaftskritik, Medien und Öffentlichkeit
Verweise im Text
Der Spiegel (Berichterstattung Hoeneß)Diskurse zu Unternehmensethik
Entitäten
Person: Uli HoeneßUnternehmen: FC Bayern MünchenUnternehmen: Der SpiegelOrt: DeutschlandKonzept: SteuerhinterziehungKonzept: Vorbildfunktion

Aus diesem Grund ist es nicht ganz uninteressant was beim Fußball-Club Bayern rund um seinen Boss Hoeneß gerade passiert und wie der Vorstand des Clubs damit umgeht. Ein Verein mit deutlich mehr als 200.000 Vereinsmitgliedern ist eben nicht irgendein Verein, sondern auch eine Organisation mit Vorbildcharakter, gerade für jüngere Vereinsmitglieder.

Ebenso ist es interessant wie aus dem Fan-Umfeld argumentiert wird, wenn es um Hoeneß geht. Da ist oft davon die Rede, das er für den Verein viel getan habe. Er sich sozial unglaublich engagiert habe. Hier ist dann von seinen Spenden in Höhe von 5 Millionen Euro die Rede. Der Spiegel hat bereits angemerkt, diese Summe ist nicht gering, aber gemessen am Gesamteinkommen und der jetzt bekannten Steuerschuld auch nichts Ungewöhnliches.

Die fünf Millionen Euro sind eher lächerlich im Vergleich zu der Summe die er dem deutschen Staat und damit uns allen vorenthalten hat. Auf Facebook gibt es eine schöne Berechnung was mit diesem Geld hätte alles getan werden können. Da stehen zur Diskussion:

• 10793 KiTa Plätze, oder

• 1227 Krankenschwester Jahresgehältern, oder

• 123 Bundeskanzler Jahresgehältern, oder

• 75 Kunstrasen Fußballplätzen

Da wir in Deutschland nur einen Kanzler benötigen ist es mir wichtiger zu sehen, was bei Kindertagesstätten oder bei Arbeitsplätzen hätte getan werden können. Uli Hoeneß und seine fünf Millionen (steuerlich als Spende sicherlich abgesetzt) sind der Versuch eines Ablasshandels gewesen, nicht mehr und nicht weniger.

Uli Hoeneß ist was seine Verdienste um den FCB angeht auch nicht unbedingt als Lichtgestalt zu sehen, der Mann hatte einen Job bei den Bayern und den hat er verdammt gut gemacht. Im deutschen Arbeitsrecht heißt es so schön „..Der Arbeitnehmer schuldet in der Regel auch nur eine Leistung mittlerer Art und Güte ..“. Uli H. hätte also sicherlich ein Zeugnis bekommen in dem sein Arbeitgeber ihm mehr als dies attestiert hätte. Darüber hinaus hat er ja auch nicht für den Lohn eines Bettelmönchs bei den Bayern gearbeitet, davon gehe ich jetzt einfach mal aus, wenn doch, dann wäre es noch spannender zu wissen, woher das Geld für seine Spekulationen gekommen ist.

Wir sprechen also über einen verdienten Mitarbeiter des FCB, der einen kleinen Teil seines Vermögens gespendet hat, und einen Großteil davon lieber in der Schweiz bunkerte, anstatt es ordentlich zu versteuern. Wir sprechen von einem Mann der sich die Tränen aus dem Gesicht wischt, weil die Mitglieder seines Vereins „stolz“ auf ihn sind. Ein Mann der sich auf die Tribüne seines Vereins setzt, als ob er eine reine Weste habe.

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Themen: Kritische Auseinandersetzung mit Uli Hoeneß und seiner Rolle als Bayern-München-Präsident im Kontext von Steuerhinterziehung und gesellschaftlicher Vorbildfunktion., Steuerhinterziehung, Vorbildfunktion, Vereinskultur, gesellschaftliche Verantwortung, Integritätskriterium, Ablasshandel, Spendenwirksamkeit, Uli Hoeneß kann aufgrund seiner Steuerhinterziehung und mangelnden Integrität nicht länger Präsident des FC Bayern München sein, da Vereine gesellschaftliche Vorbildfunktionen haben., Fußballfans, Vereinsmitglieder, politisch interessierte Bürger, Diskursbeteiligte zu Unternehmensethik, Sportjournalismus/Gesellschaftskritik, Medien und Öffentlichkeit

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Aus meiner Sicht ist es Zeit beim Verein FCB zu handeln, denn so ein Manager kann nicht Präsident bleiben, denn wie oben ausgeführt, es auch eine Vorbildfunktion für Vereine gibt.

Vielleicht haben seine Kollegen aus dem Vorstand und befreundete Manager ihm bei den 3,5 Millionen Euro noch im Raucherzimmer bei einem Glas Barolo auf die Schulter geklopft, aber ich glaube manchem Freund von Uli H. dürfte auch der letzte Schluck Wein im Halse steckengeblieben sein, als seine Anwälte heute die 27 Millionen Euro als Berechnungsgrundlage akzeptiert haben. Wohlgemerkt ohne groß mit der Wimper zu zucken.

Als Weinfreund würde ich sagen: Vor einigen Jahren habe ich mir mal einen besonderen Tropfen in den Keller gelegt. Er wurde mit den Jahren besser, ich hörte nur Gutes über ihn, aber neulich als ich im Keller stand und die Flasche öffnete, da roch er nach Essig und ich musste ihn wegkippen.

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🧭 Thesen dieses Artikels — und wo sie heute stehen

Uli Hoeneß' Spenden in Höhe von fünf Millionen Euro sind im Vergleich zu seiner hinterzogenen Steuerschuld von mindestens 27 Millionen Euro moralisch bedeutungslos und stellen keinen echten Beitrag zur Gesellschaft dar, sondern einen Ablasshandel.

gilt  ·  seit 12.03.2014

Als Präsident des FC Bayern München kann Uli Hoeneß aufgrund seiner Steuerhinterziehung und der damit verbundenen Vorbildfunktion eines großen Vereins mit über 200.000 Mitgliedern nicht im Amt bleiben.

gilt  ·  seit 12.03.2014

Uli Hoeneß' Verdienste um den FC Bayern München sind die normale Leistung eines gut bezahlten Angestellten und rechtfertigen keine besondere moralische Erhöhung seiner Person.

gilt  ·  seit 12.03.2014

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