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Frankfurt – das Luxuscallgirl unter den Städten
By herr meier ⋅ 28. April 2013 ⋅ Post a comment
Filed Under anzüge, banker, callgirl, frankfurt, kleider, luxus, mode, stil, strassenstrick
Draußen schaue ich auf das frische Grün der Bäume, der Himmel ist bedeckt, gestern hat es den ganzen Tag geregnet und ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt den Kamin anzufeuern und nochmal ordentlich Holz zu Asche zu machen. Ich habe es dann gelassen und stattdessen habe ich ein wenig auf dem Rechner aufgeräumt und dabei den Anfang eines Blogbeitrags gefunden den ich bei 24 Grad und bestem Wetter schreiben wollte. Wie so oft im Leben hat man eine gute Idee fängt an sich ein paar Notizen zu machen und dann klingelt, vibriert oder summt etwas und die Ablenkung ist da. Vorbei ist der Moment in dem ich mich der Idee widmen konnte. So gesehen bin ich also jetzt für das etwas schlechtere Wetter dankbar und kann den Grundgedanken des Textes an einem nicht sonnenverwöhnten Sonntagvormittag zu Ende denken und, wenn ihr das dann lest, auch noch endgültig zu Papier bringen (was ist eigentlich die zeitgemäße Metapher für zu Papier bringen? In die Tastatur schreiben, in der Cloud speichern, im Netz veröffentlichen? Zu Papier bringen klingt besser, aber ich schweife ab).
Bitte versetzt euch einfach an einen sonnigen Mittag der letzten Tage und fühlt die wärmende Sonne in eurem Gesicht und lasst euch den Duft eines warmen Frühlingstages um die Nase wehen (Vorstellungskraft ist gefragt, bekommt ihr aber hin. Wer Lust hat darf sich auch noch ein Glas Rosé auf den Tisch vor sich stellen.
Es ist warm, teilweise direkt heiß, ein Blick auf den Kalender verrät mir, das es definitiv noch nicht Hochsommer ist. Frankfurt läuft sich aber schon einmal richtig heiß, so als ob wir alle eine dieser ersten warme Tage nicht nur herbeigesehnt hätten um uns zu wärmen, sondern um uns selber wie die Raupen zu Schmetterlingen zu machen.
In keiner Stadt in Deutschland zeigt sich der Wandel vom Winter zum Frühjahr und später zum Sommer so unfassbar geil wie in Frankfurt. Denn in keiner Stadt in Deutschland zeigt sich eine so unfassbar große Menge von wirklich gut gekleideten Menschen auf so wenigen Quadratmetern. Egal ob Männer oder Frauen, wer aus den Türmen der Stadt in die wärmende Sonne der Mittagspause gelockt wird, zeigt wie schön die Mode im Frühjahr sein kann. Die Verpuppung der Menschen löst sich in diesen Tagen mit einem atemberaubenden Schlag und aus tristen grauen Businesskostümen werden farbenfrohe und gut geschnittene Bürokleider. Die aktuelle Frühjahrsmode der Damen strahlt mit den angelegten Perlohrringen und den Uhren der Herren um die Wette. Es macht den Eindruck als wollten die deutschen Gordon Gekkos ihre Gier nach Sonne in einem einzigen Moment stillen.
Sonnentage müssen für Frankfurt-Hasser die schlimmsten Tage sein, denn während sich selbst Frankfurt im Winter in eine teilweise triste und öde Stadtlandschaft verwandelt, sind die Tage zwischen April und Oktober Feiertage wenn es um gut gekleidete und gut aussehende Menschen geht.
In keiner Stadt in Deutschland würden so viele Männer und Frauen herumlaufen, die wissen was guter Stil ist, wie in Frankfurt. Dieser Satz aus dem Mut einer Hamburgerin klang nicht nur wie ein Kompliment, es ist die wahre Feststellung.
Mit einer Übertreibung versehen, denn wer sich an einem Sommertag in die U-/S-Bahn setzt wird auch in Frankfurt Zeuge schlimmster modischer Verfehlungen, selbst am Mainufer sind manchmal echte Kleidungs-Katastrophen zu beobachten, wobei die Nordseite in den Jahren immer mehr aufholt und die Südseite des Ufers aufpassen muss, dass sie nicht im Hipsterwahn den guten Ruf der Stadt aufs Spiel setzt.
In dem Moment in dem mir die Idee zu diesem Text das erste Mal begegnete, hatte ich die große Freude mitten unter ihnen zu sitzen. Unglaublich gut gestylte Büromädels die mehr als einen Hauch von Sex and the City durch die Stuhlreihen des Restaurants schweben ließen, Typen die mit ihren, teilweise verdammt teuren, Anzügen die perfekten Begleiter für diese Frauen sind.
Während ich meinen Blick über den Szenerie des Restaurants und des davor liegenden Platzes schweifen lies, musste ich unweigerlich an einen Vergleich denken der zur Headline geführt hat. Frankfurt ist einfach wie ein sauteures Callgirl, alle reden schlecht darüber, aber am Ende würden es doch gerne viele einmal haben wollen.
Frankfurt ist ein Luxus-Callgirl! Während andere Städte lieber den billigen Charme einer Bordsteinschwalbe durch ihre Straßen wehen lassen.
Frankfurt ist teuer, Frankfurt ist klein, dafür aber fein (in manchen Ecken) und die Menschen sind hier eben nicht immer alle Frankfurter, aber die Stadt nimmt sie auf und am Ende mögen fast alle die Stadt. Eben weil sie ihre Reize manchmal offenherzig und prahlerisch zeigt, dann aber eben lieber erobert werden will. Frankfurt ist eben keine Stadt für eine schnelle Nummer, wer sie entdecken will muss Zeit haben und sich auf ein Private-Date mit der Stadt einlassen.
Der Strassenstrich führt nicht umsonst aus der Stadt raus!
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