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1001 Nacht aber keine Bushaltestelle
By admin ⋅ 20. Juni 2010 ⋅ Post a comment
Filed Under bratfett, bushaltestelle, folklore, gargantua, kultur, palmengarten, papageno, persien, restaurant, rotwein, sekt, vaux, westend
Eigentlich sollte die Headline dieses Beitrags – Wolle Rose kaufen – sein, aber da Frau Mainbube und ich gestern Abend durch den Rosengarten im Palmengarten zum Musiktheater Papageno gingen, konnte ich mich auch in der Überschrift auf 1001 Nacht konzentrieren und einen wichtigen Nebendarsteller des Abends erwähnen; die Bushaltestelle.
Am gestrigen Abend wollten wir vor den Menschenmassen auf der Schweizer Straße fliehen und uns statt mit litauischer Kultur und Trinkfreudigkeit zu beschäftigen lieber den musikalischen Klängen aus 1001 Nacht widmen.
Dank der wunderbaren Busverbindung von Sachsenhausen zum Palmengarten konnten wir in aller Ruhe mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Frankfurt düsen, bzw. auf dem letzten Teilstück bis zum Palmengarten beschaulich durch das Westend schaukeln, was einem auch mehr Zeit für die netten Gebäude vor dem Busfenster lässt.
Immer am Wasser entlang gelangten wir schnell zum Musiktheater und konnten uns bei einem Glas Sekt auf den Abend einstimmen. Lobenswerterweise muss gesagt werden, dass im Papageno Schloss Vaux zu vernünftigen Preisen angeboten wird und auch die Brezel mit 1,50 € für Frankfurter Verhältnisse schon fast als günstig zu bezeichnen ist.
Der Musikabend sollte in zwei Teilen die Musik des Orients in unseren Gehörgängen zum Schwingen bringen. Im ersten Teil Melodien, Arien und Duette aus “Die Entführung aus dem Serail“ (Mozart), “Der Barbier von Bagdad“ (Cornelius), “Die Perlenfischer“ (Bizet), “Armide“ (Gluck), “Lakmé“ (Delibes), “Salome“ (Strauss), „Samson und Dalila“ (Saint-Saens), “Auf einem persischen Markt“ (Kettelby), „Scheherezade“ (Rimsky – Korsakov“).
Bedingt durch das Wetter und die gewisse, unter kaufmännischen Gesichtspunkten sinnvolle, enge Bestuhlung fühlte ich mich spätestens beim vorletzten Stück des ersten Teils – Auf einem persischen Markt – wie auf einem selbigen und hatte das Gefühl gleich wegzuschwimmen. Die ältere Dame neben mir, hatte sich für eine Runde Schlaf entschieden. So konnten wir uns, Dank Wärme im Saal und den Gerüchen der Parfümessenzen älterer Damen wie auf einem orientalischen Markt fühlen. Wir hatten die großartige Gabe an diesem Abend uns den Duft von 4711 schön zu riechen.
Die musikalischen Leistungen der angetretenen Sängerinnen und des Sängers bereiteten durchaus Freude, aber die gesamte Atmosphäre des kleinen Theaters und das Bühnenbild machten auf uns den Eindruck bei einer Laiendarstellung gelandet zu sein.
Tosender Applaus entließ die Gäste in die Kühle des schafskälte temperierten Juniabends. Die Hälfte der Gäste freute sich wohl nun auf den zweiten Teil des musikalischen Abends, ein Sommerfest der persischen Folklore hatte eine Vielzahl von persischen Gästen ins Papageno gelockt. Sichtlich froh, den ersten Teil hinter sich gebracht zu haben spielten Kinder in teilweise sehr festlichen Kleidern vor dem Theater und die Erwachsenen konnten sich freudig begrüßen und auf Musik aus ihrer Heimat freuen.
Wir wissen nicht ob wir einen fantastischen zweiten Teil des Abends verpasst haben, denn wir entschlossen uns kurzerhand lieber den Abend mit einem Spaziergang im leeren Palmengarten zu beenden und konnten so die Ruhe des Botanischen Gartens genießen und uns später der Herausforderung Bushaltestelle widmen.
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Das wunderschöne Westend mit seinen vielen Einbahnstraßen stellte uns an diesem Abend noch vor eine echte Herausforderung, denn wir konnten erst einmal keine Bushaltestelle finden, welche uns den Bus in die richtige Richtung gebracht hätte.
Nach einem Anschlußspaziergang durch das fast menschenleere Westend, wo sind da eigentlich die ganzen netten Bistros und Restaurants? , konnten wir einen Bus anhalten und uns wieder zurück ins Gewusel von Sachsenhausen bringen lassen.
Im Bus selber lag uns noch der Geruch nach altem Bratenfett in der Nase, hatten wir doch noch eines der berühmten und hochgelobten Restaurants des Westends gefunden. Zuerst hatten wir es für eine deplatzierte Location gehalten, als wir am Gebäude entlanggingen und wir vom Duft nach wirklich altem Fett begleitet wurden, aber wir staunten nicht schlecht als wir plötzlich vor der Speisekarte des Gargantua standen und uns immer noch der Fettgeruch die Nase verschloss. Keine Werbung für ein Lokal mit dem Anspruch im zweistelligen Preisbereich die Speisekarte zu eröffnen.
Fazit eines durchaus gelungenen Abends ist, dass wir mal wieder in den Palmengarten müssen, es dort Abends sehr schön leer sein kann, die drei jungen Damen vor dem Bankhaus Lampe hoffentlich keine Dummheiten mehr gemacht haben, es schöne Häuser im Westend gibt, aber zu wenige Bushaltestellen an der Stelle wo wir sie vermutet hättet und wir es dennoch geschafft haben noch einen Schluck Rotwein zu trinken, wenn auch nicht in einem der schicken Kneipen des urbanen Westenends.
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Das Restaurant Gargantua im Frankfurter Westend verströmt einen aufdringlichen Geruch nach altem Bratfett, der mit seinem gehobenen Preisanspruch (zweistelliger Eurobereich) nicht vereinbar ist.
gilt · seit 20.06.2010
Das Musiktheater Papageno in Frankfurt bietet mit Schloss Vaux Sekt zu vernünftigen Preisen an, und auch die Brezel ist für Frankfurter Verhältnisse vergleichsweise günstig.
gilt · seit 20.06.2010
Die Atmosphäre und das Bühnenbild des Musiktheaters Papageno erwecken trotz solider Gesangsleistungen den Eindruck einer Laienveranstaltung.
gilt · seit 20.06.2010
Das Frankfurter Westend verfügt an zentralen Stellen über zu wenige gut auffindbare Bushaltestellen für Fahrgäste, die in Richtung Sachsenhausen fahren möchten.
gilt · seit 20.06.2010
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