Er von Linus Reichlin

Auf dem Cover sind zwei rotlackierte Frauenhände zu sehen, sie greifen in unterschiedliche Richtungen. Im Buch geht es um Basstölpel die hier dann auch noch Gugas heißen und auf einer Insel namens Sula Sgeir gepflückt werden.

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Texttyp
Buchrezension
Besprochenes Werk / Thema
Rezension des Romans 'Er' von Linus Reichlin, der zwischen den Hebriden, Berlin und dem Atlantik spielt und Elemente von Liebesgeschichte und Kriminalroman verbindet.
Zentrales Argument
Der Roman 'Er' ist ein anspruchsvolles und vielschichtiges Werk, das durch seinen temporeichen Wechsel der Erzählstränge und überraschende Ortswechsel besticht. Die Geschichte lässt sich sowohl als Liebesgeschichte als auch als Kriminalroman interpretieren und behandelt Themen wie Schmerz, Eifersucht, Liebe und Sehnsucht.
Kernthese
Linus Reichlins 'Er' ist ein außergewöhnliches Buch, das durch seine fragmentarische Erzählweise und mehrdeutige Handlung Leser in die Tiefe einer komplexen menschlichen Erfahrung zieht.
Relevante Konzepte
ErzählstromOrtswechselProtagonistLiebesgeschichteKriminalromanMehrdeutigkeitVögelInseln
Empfohlen für
Leser anspruchsvoller Literatur, Fans von experimentellen Romanen und Kriminalfiction
Einordnung durch den Autor
Literaturkritik, Belletristik
Verweise im Text
Was kostet die Welt – Ein Berliner Loser reist an die MoselAllmen und der rosa DiamantStiller Tod von Roger Smith

Eine äußerst irritierende Tatsache, denn die Gugas sind ja Vögel und die werden nun einmal selten gepflückt, aber auch hierfür hat Linus Reichlin im Rahmen der Handlung von – Er – eine Erklärung.

– Er – ist ein ziemlich anstrengendes Buch, es wechselt den Erzählstrom manchmal so überraschend wie der Wind auf den im Buch vorkommenden Inseln. Dies ist aber natürlich gerade das Salz in der Suppe dieses Romans, erst befinden wir uns auf einer Insel der äußeren Hebriden, dann in Berlin und irgendwann auch einmal mitten im Atlantik umgeben von Gugas und jeder Menge Wind.

Neben den plötzlichen Ortswechseln hat Linus Reichlin eine Reihe von Protagonisten erschaffen die teilweise unaussprechliche Namen haben und/oder einen leicht verstört wirkenden Charakter.

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In diesem Troubel solidarisiert sich der Lesende schnell mit der Hauptfigur des Romans und begleitet ihn durch die Untiefen des für ihn geschaffenen Lebens. Eines mit mehr Tiefen als Höhen und einem Hund an seiner Seite der gar nicht sein Hund ist, aber sein Hund sein muss.

Um was geht es in – Er – eigentlich? Eine gute Frage, die ich mir auch gestellt habe und die sich abschließend vielleicht nicht ganz beantworten lässt, denn eigentlich kann jeder Leser des Romans für sich entscheiden, ob er es nur mit einer Liebesgeschichte zu tun hat, oder ob es wirklich ein Krimi ist, bei dem es um die Aufklärung von merkwürdigen Vorgängen auf einer schottischen Insel geht. Schmerz, Eifersucht, Liebe und Sehnsucht, sowie das Rätsel eines Fotos sind die Mixtur dieses außergwöhnlichen Romans.

Er ist auf alle Fälle ein Buch, welches es sich lohnt zu kaufen und dann auch zu lesen, denn Reichlin schafft es mit seinem temporeichen Wechsel der Erzählstränge einen immer neugieriger zu machen, was verbirgt sich hinter der nächsten Seite.

Ob – Er – wirklich ein Krimi ist, kann ich wie die Frage oben nicht beantworten, aber es ist ein gutes Buch!

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