Gute Serien können nicht aus Deutschland kommen, diesen Satz habe ich mir jetzt nicht einfallen lassen, sondern er ist Allgemeingut. Die gute alte F.A.Z. hat dies im Feuilleton auch noch höchstamtlich zu Papier gebracht. Nun soll es hier aber kein ARD/ZDF-Bashing geben, weil es überflüssig ist, denn die beiden ältesten deutschen Pay-TV-Sender machen per se wa sie wollen.
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- Texttyp
- Kritik, Rezension
- Besprochenes Werk / Thema
- Analyse und Bewertung der deutschen Mystery-Serie "Weinberg" des Pay-TV-Senders TNT-Serien. Der Text setzt sich kritisch mit dem Verhältnis zwischen der Serie und dem Vorwurf auseinander, sie sei ein Abklatsch von Twin Peaks.
- Zentrales Argument
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Die Serie "Weinberg" ist trotz oberflächlicher Ähnlichkeiten zu Twin Peaks ein gelungenes und unterhaltsames Werk mit authentischer Besetzung und guter Handwerk, das die deutsche Serienproduktion zu Unrecht kritisiert wird. Die Anlehnung an eine gute Vorlage ist besser als eigenständige öffentlich-rechtliche Produktionen und verdient Anerkennung.
- Kernthese
- "Weinberg" ist eine qualitativ hochwertige deutsche Serie, die trotz oder wegen ihrer Affinität zu Twin Peaks authentische Unterhaltung bietet und ein Mini-Abo rechtfertigt.
- Relevante Konzepte
- Empfohlen für
- Serienfans, Kritiker des deutschen Fernsehens, Interessierte an Mystery-Dramen, Zuschauer von TNT-Serien und Sky-Abonnenten
- Einordnung durch den Autor
- Kulturjournalismus, Fernsehkritik, Feuilleton-Diskurs über deutsche Serienqualität im Kontext öffentlich-rechtliches vs. privates Fernsehen
- Verweise im Text
Nun hat der kleine Pay-TV-Sender TNT-Serien einen Abklatsch von Twin Peaks produziert, einen der zuviel Kunstnebel verwendet, so die SZ. Die beiden großen Tageszeitungen unseres Landes streiten als über die Deutungshoheit zu einer Serie die in einem Nischensender ausgestrahlt wird.
Ein guter Grund, diesen Mehrteiler, genauer unter die Lupe zu nehmen. Da sich TNT Serie irgendwo in meinem Sky-Abo tummelt, hatte ich die Möglichkeit mich mit der Mysteryserie aus deutscher Produktion zu beschäftigen.
Die erste Folge liefert uns einen Hauptdarsteller, der glücklicherweise, von mancher deutschen Zuschauerin mit Ewan McGregor verwechselt werden könnte. Friedrich Mücke ist sein deutscher Doppelgänger und er macht seine Sache als gedächtnisverlustiggegagener Weinbergswanderer mehr als gut.
Im nicht wirklich existierenden Örtchen Kaltenzell an der Ahr hängt gleich zu Beginn eine Weinkönigin tot über den Trauben. In einem Ort in dem ein katholischer Pfarrer, aus Vietnam, die real-existierende Wahrhaftigkeit des römisch-katholischen Pfarralltags in Europa zur Wirklichkeit werden lässt, gibt es dubiose Winzer, eine notgeile Bürgermeistersfrau und jede Menge Geheimnisse.
Wer Weinberg mit Twin Peaks vergleicht hat sicherlich in den neunziger Jahren einen Fernseher in seiner Nähe gehabt & nicht unrecht.
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Themen: Analyse und Bewertung der deutschen Mystery-Serie "Weinberg" des Pay-TV-Senders TNT-Serien. Der Text setzt sich kritisch mit dem Verhältnis zwischen der Serie und dem Vorwurf auseinander, sie sei ein Abklatsch von Twin Peaks., Deutsche Serienproduktion, Pay-TV vs. öffentlich-rechtliches Fernsehen, Mystery-Serie, Genreanlehnung, Authentizität in der Besetzung, Kulturkritik am Mediensystem, "Weinberg" ist eine qualitativ hochwertige deutsche Serie, die trotz oder wegen ihrer Affinität zu Twin Peaks authentische Unterhaltung bietet und ein Mini-Abo rechtfertigt., Serienfans, Kritiker des deutschen Fernsehens, Interessierte an Mystery-Dramen, Zuschauer von TNT-Serien und Sky-Abonnenten, Kulturjournalismus, Fernsehkritik, Feuilleton-Diskurs über deutsche Serienqualität im Kontext öffentlich-rechtliches vs. privates Fernsehen
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Es ist aber überhaupt nicht schlimm, wenn Weinberg uns an Twin Peaks erinnert, denn eine gute Vorlage ist besser als ein selbst erdachtes öffentlich-rechtliches Drehbuch in dem Heino Ferch den Spätburgunder spielt und Veronica Ferres die Spätlese verkörpern darf. Als Affront gegen das GEZ-TV darf die Besetzung des Vietnamesen nicht mit dem ewigen Gung betrachtet werden.
Wer sich fragt, ob es sich lohnt für die sechs Folgen ein Mini-Abo von TNT abzuschließen, dem darf ich ein Ja zurufen, denn nach 52 intensiven Minuten mit der ersten Folge bin ich überzeugt davon, dass der kleine Spartensender uns tolle Unterhaltung liefern wird.
Friedrich Mücke macht seinen Job als deutsche Version von Ewan McGregor wirklich gut und auch alle anderen Charaktere sind authentisch besetzt, vor allem die Familie der Weinkönigin bringt alle Klischees auf den TV-Schirm die ich mir in den letzten Wochen bezüglich Weinköniginnen habe anhören müssen.
Zurück zum eigentlichen Plot: Es wird zuwenig Wein getrunken, dafür gleich zu Beginn ordentlich gevögelt, die Kirche wird veräppelt, alle Jugendlichen die in einer Band spielen sind Teufelsanbeter und es gibt natürlich einen „Dorfdeppen“. Dieser wird sicherlich noch zum Dreh-/und Angelpunkt von Weinberg.
Weinberg macht Spaß! Setzt euch vor die Geräte, entkorkt eine Pulle roten Ahrwein und genießt einfach gut gemachte Dramatik, ohne sich über manchen komischen Dialog zu ärgern.
Ob Weinberg Werbung für die Ahrweine ist muss noch hinten angestellt werden, denn bisher gab es noch keinen Sonnentag und ein wenig Licht soll Trauben nicht schaden. Habe ich gehört.
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