Es ist der 26.12.2017 und ich sitze an einem Gate meines Heimatairports Frankfurt, die Sonne ist noch nicht lange aufgegangen und vor mir liegt ein Abenteuer, das mir doch ein wenig Respekt abverlangt. Ich will nicht auf irgendeine einsame Insel fliegen und auch keine Berge bezwingen. Nach 45 Jahren trete ich das erste Mal eine Urlaubsreise alleine an. Dazu fliege ich am 2. Weihnachtsfeiertag und auch noch das erste Mal innerhalb von 23 Jahren wieder als klassischer Pauschaltourist nach Fuerteventura.
📦 Kurzversion für Eilige und Maschinen
Diese Box enthält strukturierte Metadaten zum Artikel – maschinenlesbar und für einen schnellen Überblick.
- Texttyp
- Reiseblog/Reisebericht
- Besprochenes Werk / Thema
- Persönlicher Bericht über eine Alleinreise nach Fuerteventura während der Weihnachtszeit. Der Autor berichtet von seinen Erfahrungen als Pauschaltourist in einem Hotel und seinen Beobachtungen der anderen Gäste.
- Zentrales Argument
-
Eine 45-jährige Person wagt es, erstmals alleine in den Urlaub zu fahren und reist nach Fuerteventura als klassischer Pauschaltourist. Der Bericht dokumentiert die ersten Tage mit humorvoller Selbstironie, von der Ankunft über den Hotel-Check-in bis zu alltäglichen Momenten im Resort. Dabei werden Beobachtungen anderer Touristen und persönliche Reflexionen zum Alleinsein unter vielen Menschen miteinander verwoben.
- Kernthese
- Eine Alleinreise als Pauschaltourist nach Fuerteventura ermöglicht es, inmitten von Menschenmengen das Alleinsein zu erleben und dabei neue Perspektiven auf das eigene Leben zu gewinnen.
- Relevante Konzepte
- Empfohlen für
- Personen mit Interesse an Reiseblogs, Alleinreisende, Pauschaltouristen, Leser humorvoller Reiseberichte
- Einordnung durch den Autor
- Reiserhetorik/Reiseblogs, Autobiografische Erzählung, Kulturelle Geografie des Tourismus
- Verweise im Text
- Entitäten
Alles durchgebucht; Transfer, Halbpension und Zimmer mit Meerblick
Eine interessante Mischung von anderen Fluggästen wartet mit mir. Übermüdete Mütter mit einem oder zwei Kindern, aber keinem Mann. Rentner mit ihren Enkeln, Familien, junge Paare die sich verliebt oder auch weniger verliebt in die Augen sehen. Vielleicht wollte einer von ihnen vor dem Weihnachtstrubel fliehen und der Kompromiss lautet Abflug am zweiten Weihnachtsfeiertag, da kann man vorher noch jeder Familie einen Besuch abstatten und sich noch schön stressen, anstatt in Ruhe vorher zu fliegen. Habe ich mal vor einigen Jahren gemacht und hatte eigentlich keinem Weh getan. Weihnachten wurde dann halt nochmal im Januar gefeiert. Und wirklich fliehen kann niemand vor Weihnachten, selbst in Thailand unter Palmen dudeln die Weihnachtslieder direkt ins Singhabier.
Mein Ziel ist weniger exotisch, ich reise auf die Kanaren. Fuerteventura, 21 Grad und Wind.
Nach vier Stunden landen wir auf der Insel, es wird geklatscht. Die englische Condor-Crew verabschiedet sich und mir liegt der Snackdeal schwer im Magen, dies ist zumindest meine Begründung für mein leichtes Unwohlsein. Koffer abgeholt, ab in den Transferbus und nur sieben Hotels und mehreren Stoßgebeten später, dass der nächste Schuppen nicht meiner sei, werde ich ausgeladen. Alleine stehe ich da, sonst will hier keiner hin. Na Klasse, aber ich bin noch vor dem Check-In im WLAN drin…läuft!
Nach dem lauten und irgendwie diskussionswürdigen Check-In von vier spanischen Familien vor mir, bin auch ich an die Reihe. Ein grünes Bändchen umschließt von nun an für fünf Tage meinen Arm an und ich bekomme zwei Zimmerkarten ausgehändigt, dann entrichte ich noch 10 Euro Kaution für das Poolhandtuch. Gleichzeitig mit dem Lageplan meiner kleinen Bettenburg bekomme ich die Poolregeln ausgehändigt (keine Handtücher auf die Liegen).
Ein Golfcaddy bringt mich zu Block 8 mit Blick aufs Vordach und den Strand.
Mit meinem grünen Band der Trinkpathie genehmige ich mir erst einmal ein alkoholhaltiges Kaltgetränk und nerve ein paar Leute am Telefon, weil ich mitten unter den vielen Menschen dieses Alleinsein extrem nervig finde.
Ein ausgefallenes Abendessen, eine Traumschiff-Folge und die erste Bekanntschaft mit der Dreistufigkeit der Ekstase meiner tschechischen Nachbarn lassen mich eher etwas unruhig, aber lange, schlafen, dann werde ich am nächsten Morgen von kleinen schnellen Kinderfüssen geweckt. Aus einem der Nachbarzimmer muss eine ganze Horde ausgebrochen sein. Ich stelle fest, dass die Sonne lacht und ich mich nun der ersten wirklichen Konfrontation des Tages stellen muss; dem Frühstücksbuffet.
Lucie aus Zimmer 8212
Bevor ich mich allerdings mit Rührei und aufgebackenen kanarischen Brötchen beschäftigen muss, lerne ich den weiblichen Teil meiner Zimmernachbarn aus 8212 kennen. Lucie, nicht gerade der Schrecken der Strasse, sondern eher eine strassenköterblonde kurzmähnige Mittzwanzigerin steht mit der Kippe in der Hand und nur mit einem Höschen bekleidet auf dem Balkon. Wir lächeln uns kurz an, ich sage Good Morning und gebe einen Daumen hoch und sage „Great Performance“. Sie lächelt, raucht weiter und ich beschließe mir eine lange Hose anzuziehen, denn es ist doch noch etwas frisch.
📢 Wollen Sie passende Werbung sehen?
Diese Werbung wird durch Google AdSense bereitgestellt und zum Thema dieses Artikels passend ausgewählt.
Themen: Persönlicher Bericht über eine Alleinreise nach Fuerteventura während der Weihnachtszeit. Der Autor berichtet von seinen Erfahrungen als Pauschaltourist in einem Hotel und seinen Beobachtungen der anderen Gäste., Alleinreisen, Pauschaltourismus, Massentourismus, Weihnachtstourismus, Hotel-Resort-Kultur, Alleinsein in der Gesellschaft, weibliche Autonomie, Eine Alleinreise als Pauschaltourist nach Fuerteventura ermöglicht es, inmitten von Menschenmengen das Alleinsein zu erleben und dabei neue Perspektiven auf das eigene Leben zu gewinnen., Personen mit Interesse an Reiseblogs, Alleinreisende, Pauschaltouristen, Leser humorvoller Reiseberichte, Reiserhetorik/Reiseblogs, Autobiografische Erzählung, Kulturelle Geografie des Tourismus
Werbung wird geladen …
Zum Thema bei Amazon
🔍 „Alleinreise Ratgeber Frauen" auf Amazon suchen* Affiliate-Link. Bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision.
Dieser Tag kann nur gut werden, denke ich mir und schnappe mir mein Buch und bin erst einmal weg.
== 3 Kommentare ==
Ricarda 3. Januar 2018
HIhi, gut geschrieben und sehr unterhaltsam!
Wir werden dieses Jahr auch wieder nach Fuerteventura fliegen, nachdem es letztes Jahr so schön war!
Großer Tipp: auch mal mit dem Mietwagen die Insel erkunden, man denkt nicht, wie spannend das kahle Land dann doch sein kann oder auch auf dem Rücken eines Pferdes – es lohnt sich!
Ganz liebe Grüße,
Ricarda von CATS & DOGS: http://www.wie-hund-und-katze.com Antworten
🕸️ Wissenskarte dieses Artikels
Knoten sind verschiebbar · Hover für Details · Klick öffnet verlinkte Seite
🧭 Thesen dieses Artikels — und wo sie heute stehen
Eine Urlaubsreise alleine anzutreten ist auch nach jahrzehntelanger Gewohnheit, Reisen in Gesellschaft zu unternehmen, eine emotional herausfordernde Erfahrung, die Unbehagen und ein intensiv empfundenes Alleinsein mit sich bringt.
gilt · seit 03.01.2018
Weihnachtliche Konsumkultur und Festtagsmusik sind so global verbreitet, dass man ihnen selbst in fernöstlichen Urlaubszielen wie Thailand nicht entfliehen kann.
gilt · seit 03.01.2018
Jede These ist ein Knoten im Kontext-Graphen von meiersworld.de: mit Gültigkeit, Belegen und Nachfolger, falls sie revidiert wurde.
