Lucies letzte Zigarette – meine fast letzte Nacht in 8211

2 Uhr. Es ist meine vorletzte Nacht in Fuerteventura und es sind nicht die rhythmischen Geräusche aus 8212 und das aufgeregte Geflüster zweier Menschen die sich gegenseitig den kleinen Tod schenken, die mich wecken, sondern die Erkenntnis, dass in jedem Paradies einmal ein rauer Wind weht.

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Texttyp
Literarische Reportage/Reiseerzählung
Besprochenes Werk / Thema
Persönliche Erlebnisse und Beobachtungen während der letzten Nächte eines Urlaubs auf Fuerteventura. Der Text verbindet Alltagsmomenten mit träumerischen Elementen und zwischenmenschlichen Begegnungen.
Zentrales Argument
Der Text reflektiert über die Vergänglichkeit von Urlaubsmomenten und die flüchtigen menschlichen Verbindungen, die sich in scheinbar banalen Szenen offenbaren. Durch poetische Beobachtungen und Traumsequenzen wird die Spannung zwischen Realität und Imagination erkundet.
Kernthese
In den letzten Momenten eines Urlaubs offenbaren sich durch aufmerksame Beobachtung und innere Reflexion tiefere Wahrheiten über Vergänglichkeit und menschliche Nähe.
Relevante Konzepte
VergänglichkeitUrlaubserlebnisTraum und Realitätzwischenmenschliche VerbindungBeobachtungMelancholieSehnsucht
Empfohlen für
Leser von Reiseliteratur, Literaturinteressierte, Fans von poetischer Prosa und Selbstreflexion
Einordnung durch den Autor
Literarische Gattung/Reiseliteratur/Essay
Verweise im Text
ReiseliteraturTraumliteraturAutobiographische Erzählung
Entitäten
Ort: FuerteventuraPerson: LuciePerson: Kommissar MarthalerOrt: PragKonzept: ParadiesKonzept: Traum

Während also mein Schlaf nicht phantasieanregend unterbrochen wurde um nach wenigen Minuten wieder von der Ruhe nach dem Liebessturm weiter ins Land der Träume geschickt zu werden, musste ich etwas länger warten, denn offenbar können Menschen sich länger streiten als miteinander Zuneigung austauschen.

Kommissar Marthaler und meine, kostenlosen vom Hotel täglich aufgefrischten, Flaschen Wasser ließen mich aber auch diese Episode gut durchstehen, denn wenigstens Marthaler hatte Spaß und während in 8212 sich langsam die Emotionen legten, fielen auch mir die Augen wieder zu.

Am frühen Morgen, ich hatte gerade einen anstrengenden Traum hinter mir, denn ich hatte die Absicht auf einem der Esel vom Vortag die Insel zu umrunden, was sich aber als nicht umsetzbar herausstellte, den der Esel und ich wollten immer an jeder Strandbude halten und etwas trinken, er mehr saufen, ich gepflegt trinken. Ich kam auf dem Esel nicht voran und der Tag meiner Abreise rückte nicht nur im Traum immer näher, sondern auch im wahren Fuerte-Touristen-Dasein, was sich in meinem Traum zu einem verpassten Rückflugdesaster entwickeln sollte.

Am Ende ging der Esel in Flammen auf, was weniger daran lag, dass ich ihn zu sehr angetrieben hätte, als am Duft der Zigarette die vom Nachbarbalkon in mein Zimmer zog. Beruhigt wachte ich auf, denn ich wusste es ist nur ein Traum gewesen und ich würde nicht meinen Bus zum Flughafen verpassen und der Esel nicht als l’âne flambé auf der Strecke bleiben.

Lucies letzte Zigarette

Irgendwo hinter den Wolken die gerade vom Meer über uns hinwegzogen, versuchte die Sonne gerade dem tristen Grau des Meeres das verlockende Strahlen der Katalogbilder aus der Dünung zu kitzeln, als ich auf den Balkon trat und Lucie wie gewohnt lässig mit Wuschelkopf, Höschen und Kippe auf das Meer sah. Wir nickten uns zu und schwiegen vor uns hin.

Nach dem sie ihre zweite Zigarette ausgeraucht hatte, drehte sie sich zu mir und lächelte mich an, dann verschwand sie wieder im Zimmer.

Als ich zum Frühstück ging, wurde gerade ihr Koffer abgeholt und am nächsten Morgen würde sie wohl ihre Morgenzigarette auf dem Balkon ihrer Prager Wohnung rauchen.

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Schlendernd machte ich mich auf, meinen letzten richtigen Tag auf der Insel zu genießen.

Ich mag keinen Zigarettenrauch, aber ich gebe zu, dass Lucies Rauch anders roch, irgendwie geheimnisvoll und aufregend.

Bild: Shutterstock

== 3 Kommentare ==

Sabienes 23. Januar 2018

Das ist so schön. Und lyrisch. Und spannend!

Mehr davon. Bitte!

Sabienes Antworten

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Streitigkeiten zwischen Menschen dauern länger an als intime Zuneigungsmomente zwischen ihnen.

gilt  ·  seit 18.01.2018

Der Zigarettenrauch einer fremden Frau namens Lucie wirkte auf den Autor trotz allgemeiner Abneigung gegen Zigarettenrauch geheimnisvoll und anziehend.

gilt  ·  seit 18.01.2018

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