Niemand sollte mit Steinen werfen

Gestern Abend hat Frankfurt sehr deutlich gezeigt was es von Pegida oder Fragida hält: Nichts.

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Texttyp
Blogbeitrag/Meinungsartikel
Besprochenes Werk / Thema
Kritische Reflexion über Gewalt bei Anti-Pegida-Demonstrationen in Frankfurt und die Polarisierung von politischen Debatten in den sozialen Medien.
Zentrales Argument
Der Autor kritisiert, dass Gegner von Pegida/Fragida durch den Einsatz von Gewalt (Steine, Flaschen) ihre moralische Position schwächen und in Widerspruch zu ihren Idealen geraten. Er argumentiert, dass friedliche Demonstrationsmittel und rationale Argumentation demokratischen Werten entsprechen, während Gewalt diese unterläuft. Gleichzeitig wird die reflexhafte Polarisierung in sozialen Medien beklagt, die differenzierte Kritik unmöglich macht.
Kernthese
Wer für eine offene, pluralistische und demokratische Gesellschaft eintritt, darf nicht selbst zu Gewalt greifen, sondern muss mit Stimme und klaren Argumenten agieren.
Relevante Konzepte
GewaltlosigkeitDemokratiePluralismusPolarisierungZivilgesellschaftMeinungsfreiheitsoziale Medienpolitische Gewalt
Empfohlen für
Bürgerbeteiligung, politische Aktivisten, Social-Media-Nutzer, an Demokratiedebatten Interessierte
Einordnung durch den Autor
Politische Meinungsbildung/Bürgerjournalismus, Demokratietheorie, Konfliktforschung
Verweise im Text
Pegida-BewegungFragida-BewegungDemonstrationsfreiheitGewaltlosigkeit nach Gandhi/King
Entitäten
Ort: FrankfurtKonzept: PegidaKonzept: FragidaKonzept: PluralismusPerson: Helmut KohlKonzept: Zivilgesellschaft

Fast 15.000 Menschen haben Flagge für eine Stadt gezeigt die von ihrer Offenheit gegenüber anderen Kulturen lebt und vor allem mit anderen Kulturen lebt.

Im Zuge der Proteste gegen Fragida an der Hauptwache wurde ich Zeuge wie aus der Menge der #Nofrigida-Fraktion neben Eiern (die hat auch schon Helmut Kohl verkraftet) auch Flaschen, Steine und Stühle als Wurfmaterial genutzt wurden. Auch die Polizei bekam einiges ab. (Nachzulesen hier)

Ich habe dies später am Abend auf facebook und twitter kritisch kommentiert, weil ich der Meinung bin, dass wer für eine freie und demokratische Gesellschaft demonstriert dies mit seiner Stimme und klugen Plakaten tun kann, aber nicht mit Steinen und Flaschen.

Bei twitter wurde dies, ich hatte es fast befürchtet, natürlich von den eher pegidafreundlichen Kräften retweetet und von denen die gegen Pegida sind reflexartig missverstanden.

Ruck-Zuck steckte ich drin in der Naziecke, weil ich mich erdreistet hatte etwas undemokratisches wie einen Steinwurf gegen Demonstranten zu kritisieren und als Frankfurter Problem darzustellen.

Ich habe den ganzen Tag darüber nachgedacht und finde es weiterhin ziemlich dumm, wenn Menschen die für ihre Meinung demonstrieren, mag sie noch so falsch im Auge der Mehrheit sein, dafür mit Steinen, Flaschen und Stühlen beworfen werden. Auch wenn mehr als 15.000 andere #NoFragida-Demonstranten friedlich geblieben sind, Gewalt ist keine Lösung und gehört nicht zu den demokratischen Grundrechten. Wer Pluralität der Meinungen und Kulturen fordert, der sollte auch darauf achten danach zu leben.

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Themen: Kritische Reflexion über Gewalt bei Anti-Pegida-Demonstrationen in Frankfurt und die Polarisierung von politischen Debatten in den sozialen Medien., Gewaltlosigkeit, Demokratie, Pluralismus, Polarisierung, Zivilgesellschaft, Meinungsfreiheit, soziale Medien, politische Gewalt, Wer für eine offene, pluralistische und demokratische Gesellschaft eintritt, darf nicht selbst zu Gewalt greifen, sondern muss mit Stimme und klaren Argumenten agieren., Bürgerbeteiligung, politische Aktivisten, Social-Media-Nutzer, an Demokratiedebatten Interessierte, Politische Meinungsbildung/Bürgerjournalismus, Demokratietheorie, Konfliktforschung

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== 4 Kommentare ==

Sabienes 27. Januar 2015

Das ist zur Zeit so schaizzzze. Man ist weder dafür, noch dagegen.

Ich habe vor ein paar Wochen gebloggt, dass ich keine Burkas mag und schon haben mich die falschen Leute gelikt. Dabei habe ich nie gesagt, dass ich die Trägerinnen der Burkas nicht mag, ich will bloß den Leuten in die Augen schauen können. Ich finde den Islamismus gar nicht gut, habe aber nix gegen Muslime. Ich habe ja auch nix gegen Männer, mag aber keine Machos oder ich mag Hunde, will aber keinen als Haustier.

Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß.

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🧭 Thesen dieses Artikels — und wo sie heute stehen

Gewalt gegen Demonstranten – auch gegen Pegida- oder Fragida-Anhänger – ist keine legitime Form demokratischen Protests und gehört nicht zu den demokratischen Grundrechten.

gilt  ·  seit 27.01.2015

Wer Pluralität der Meinungen und Kulturen fordert, muss diese Pluralität auch dann respektieren, wenn die Meinung anderer aus Sicht der Mehrheit falsch ist.

gilt  ·  seit 27.01.2015

Die öffentliche Kritik an Steinwürfen durch NoFragida-Demonstranten wurde im Netz reflexartig als Unterstützung der Pegida-Bewegung missverstanden und führte zur ungerechtfertigten Einordnung des Kritikers in die 'Naziecke'.

gilt  ·  seit 27.01.2015

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