Wie eine einzige Frage mir den Stromverbrauch meiner KI erklärte – und was das mit #greenprompting zu tun hat

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich dachte: „Wahnsinn, das ist Magie!“
Ich hatte ChatGPT zum ersten Mal gebeten, mir einen Werbetext für ein Solarpanel zu schreiben – und bekam in Sekunden eine perfekte Antwort. Was ich damals nicht wusste: Diese Sekunden hatten Energie gekostet. Und zwar mehr, als ich ahnte.

Künstliche Intelligenz ist kein Perpetuum Mobile

Sprachmodelle wie GPT klingen nach Science-Fiction, sind aber Hochleistungsrechner. Jeder Prompt – also jede Eingabe – löst einen komplexen Berechnungsprozess aus. Je vager die Frage, desto aufwendiger die Antwort. Ich habe es getestet. Und dann bin ich auf das gestoßen, was ich heute #greenprompting nenne.

Die Idee ist simpel:
🎯 Wer besser fragt, spart Energie.
Das ist keine Floskel, sondern das Ergebnis einer aktuellen Studie der Lancaster University:

Der Energieverbrauch von KI hängt nicht hauptsächlich von der Länge deiner Frage ab – sondern von dem, was du inhaltlich verlangst.

Die Wissenschaft dahinter

Forscher:innen testeten 890.000 KI-Anfragen. Ergebnis:

  • Je länger die Antwort, desto höher der Energieverbrauch.
  • Wörter wie „analysiere“ oder „erkläre“ erhöhen den Energiebedarf signifikant – sie führen zu ausführlicheren Antworten.
  • Präzise Aufgaben wie „klassifiziere“ oder „liste auf“ sparen Energie.

Ich dachte an all die Prompts, die ich bisher gestellt hatte. Viel zu oft: „Erzähl mir etwas über Nachhaltigkeit.“
Heute frage ich: „Gib drei Vorteile von Recycling im Büroalltag in einem Satz.“
Klingt klein. Ist aber groß. Vor allem, wenn man das tausendfach denkt – etwa in Verlagen, Redaktionen oder Agenturen.

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Was wir daraus lernen können

#greenprompting ist keine neue Software, kein neues Tool. Es ist eine Haltung.
Es geht darum, bewusster zu fragen. Klarer. Kürzer. Zielgerichteter. Nicht nur für schnellere Antworten – sondern für einen nachhaltigeren Umgang mit Technologie.

Denn am Ende ist es wie beim Schreiben selbst: Worte haben Gewicht. Manche mehr als andere.


Über den Autor:
Patrick Meier alias #digitalpaddy ist Verlagsfachwirt, Digitalexperte und Prompt Engineer. Er berät Unternehmen zu nachhaltiger KI-Nutzung und gilt als Mitinitiator von #greenprompting.

📧 [email protected]
🔗 linkedin.com/in/digitalpaddy

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🧭 Thesen dieses Artikels — und wo sie heute stehen

Der Energieverbrauch von KI-Sprachmodellen hängt nicht primär von der Länge der Eingabe ab, sondern von der inhaltlichen Komplexität der verlangten Aufgabe – insbesondere davon, wie ausführlich die generierte Antwort ausfällt.

gilt  ·  seit 30.06.2025

Formulierungen wie 'analysiere' oder 'erkläre' in KI-Prompts erhöhen den Energiebedarf signifikant, während präzise Aufgaben wie 'klassifiziere' oder 'liste auf' Energie sparen.

gilt  ·  seit 30.06.2025

#greenprompting – das bewusst präzise und zielgerichtete Formulieren von KI-Anfragen – ist ein wirksamer Ansatz für einen nachhaltigeren Umgang mit KI-Technologie, besonders bei großem Anfragevolumen etwa in Verlagen oder Agenturen.

gilt  ·  seit 30.06.2025

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