Osterferien, KI und die Frage, was eure Kinder eigentlich den ganzen Tag am Handy machen

Comicartige Szene in einer historischen Postfiliale: Links steht ein Mann im Trenchcoat am „Briefschalter“ und liest einen Brief, rechts begrüßt ein gut gelaunter Postbeamter mit Drei-Tage-Bart am Schalter „Prompt(e)bedienung“ sechs Jugendliche mit Laptops unter dem Arm; die Szene wirkt wie ein modernes vhs-Kursmotiv im Stil eines Marvel-Comics mit starken Kontrasten und klaren Linien.

Ich muss etwas gestehen. Ich gebe in den Osterferien einen Kurs für Jugendliche. An der Volkshochschule Hochtaunus. Über Künstliche Intelligenz. Und bevor jetzt jemand reflexartig denkt, ach Gott, wieder so ein «Digitalisierung ist die Zukunft»-Vortrag mit PowerPoint-Folien aus 2019, sage ich: Nein. Ganz und gar nicht.

Kommen wir zurück auf das, was mich dazu bewogen hat, diesen Kurs anzubieten. Ich beobachte seit Monaten, wie Jugendliche mit KI-Tools umgehen. Die meisten nutzen ChatGPT, um sich Hausaufgaben schreiben zu lassen, und Bildgeneratoren, um lustige Memes zu erstellen. Das ist ungefähr so, als würde man einen Ferrari kaufen und damit ausschließlich zum Bäcker fahren. Da geht nahezu unendlich viel mehr.

Gleichzeitig erlebe ich Eltern, die zwischen zwei Extremen pendeln. Die einen verbieten alles, was nach KI riecht, weil sie irgendwo gelesen haben, dass ChatGPT die Menschheit verdummt. Die anderen lassen ihre Kinder vollkommen unbegleitet in eine Technologie hineinlaufen, die sie selbst nicht mal ansatzweise verstehen. Beides ist, mit Verlaub, nicht besonders klug.

Was passiert eigentlich in diesem Kurs?

Drei Tage, jeweils zwei Stunden, mitten in den Osterferien. Vom 8. bis zum 10. April, immer von 11 bis 13 Uhr. In der Alten Post in Oberursel, einem Ort, der allein durch seinen Namen schon eine gewisse Ironie mitbringt, wenn man dort über die Zukunft der Kommunikation spricht.

Was wir machen: Wir schauen uns an, wie ChatGPT, Bildgeneratoren und andere KI-Tools tatsächlich funktionieren. Nicht auf dem Niveau einer Informatik-Vorlesung, sondern so, dass man es versteht und vor allem so, dass man es danach selbst anwenden kann. Für die Schule, für Social Media, für eigene Projekte. Ob Storytelling, Design oder clevere Ideenfindung. Die Teilnehmer probieren die Tools direkt aus, experimentieren, werden kreativ. Und ja, wir reden auch darüber, worauf man im Netz achten sollte. Weil das Thema «Verantwortung» bei KI eben nicht optional ist, auch wenn es weniger sexy klingt als «Erstelle mir ein Bild von einem Drachen, der Pizza isst».

An wen richtet sich das?

An Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Man muss vorher kein Informatik-Genie sein. Man muss nicht programmieren können. Man muss nicht einmal besonders technikaffin sein. Was man mitbringen sollte: Neugier. Und einen USB-Stick, damit man seine Ergebnisse mit nach Hause nehmen kann.

Ein Wort an die Eltern

Ich habe mich gefragt, ob ich diesen Absatz überhaupt schreiben soll. Aber ich tue es, weil ich weiß, dass viele Eltern verunsichert sind, was KI und ihre Kinder angeht. Die Wahrheit ist: Eure Kinder werden mit dieser Technologie leben und arbeiten müssen, ob es uns gefällt oder nicht. Die Frage ist nicht, ob sie KI nutzen, sondern wie sie es tun. Ob sie Werkzeuge verstehen oder sich von ihnen benutzen lassen. Ob sie wissen, wo die Grenzen liegen, oder ob sie blind vertrauen, was eine Maschine ausspuckt.

Dieser Kurs ist kein «Wir machen aus eurem Kind einen Tech-Bro»-Programm. Es ist ein Einstieg. Ein Anfang. Ein Raum, in dem Jugendliche ausprobieren dürfen, Fragen stellen können und jemanden haben, der die Technik verständlich erklärt und nicht in Buzzwords ertrinkt.

Und wer macht das?

Ich. Patrick Meier. Ich arbeite seit geraumer Zeit mit KI-Tools, bin zertifizierter Scrum Master und beschäftige mich beruflich und auf meinem Blog meiersworld.de intensiv mit der Frage, was Künstliche Intelligenz mit unserer Art zu arbeiten, zu denken und zu kommunizieren macht. Ich kann Technik erklären, ohne dass es sich anfühlt wie eine Betriebsanleitung für einen Kernreaktor. Und ich kann Projekte strukturiert begleiten, was bei Jugendlichen, die gleichzeitig drei Tabs offen haben und nebenbei TikTok checken, durchaus eine Kernkompetenz ist.

Die Fakten auf einen Blick

Kurs: Osterferienprogramm: KI kreativ nutzen – Dein Einstieg in die Zukunft!

Wann: Mittwoch 8. April bis Freitag 10. April 2026, jeweils 11:00 bis 13:00 Uhr

Wo: vhs Hochtaunus, Alte Post, Raum E.6, Oberhöchstadter Straße 5, 61440 Oberursel

Für wen: Jugendliche von 14 bis 18 Jahren

Mitbringen: USB-Stick

Geschwisterrabatt: Ab dem zweiten Kind gibt es eine Ermäßigung. Einfach eine Mail an info@vhs-hochtaunus.de schicken.

Anmeldung: Direkt über die Website der vhs Hochtaunus

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